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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Die Rcformgutachten.

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in Dortmund : höchstens 10 Novitäten); ferner dachte man an Strafenauf heimliche Titelcrneucrung und schwindelhafte neue Auflagen.

Was drittens die Bücherpreise betraf, so erklärte mit GöschenReimer, daß unter einer angeblichen Büchertcuerung in Wahrheit wederVerleger, noch Sortimenter, noch Publikum leide, daß der Verleger(nicht aber der Sortimenter) seine Waren zu einem Preise oerkaufenkönne, zu welchem er wolle, und schließlich, daß sich an den hohenPreisen (wegen Nachdrucks, Honorars, hoher Druck- und Papierpreise)eben nichts ändern lasse. Ihnen stehen aber die übrigen Gutachten infast geschlossener Masse gegenüber. Der Sortimcntcr behauptete, nachseinen Erfahrungen würden durch dieenorm hohen Preise" auch diestärksten Liebhaber" vom Kaufe zurückgeschreckt, und verlangte vor allemErmäßigung der Honorare.Man überbietet einander wie in einerAuktion!" ruft Anton (Görlitz ). Die Vermehrung der Firmen, schreibtBcygang (Leipzig ), hat die Bücherproduktion so emporgetrieben und damitdie Druck- und Papierpreisc.Es wird daher dem Nachdruck die Schuldnicht allein beigemessen werden dürfen, den wir selbst durch dieses allesund durch die theuren Preise haben befördern helfen." Die Buchhändlerselbst sind an den hohen Preisen Schuld; und wollen sie jetzt in ihremInteresse dem Wirken der Kräfte Einhalt thun, durch die eben dieseHöhe bewirkt worden ist, dann ist es nicht mehr als billig, wenn zu-gleich im Interesse des Publikums auch die Preise wieder herabgemindertwerden. Beygang verlangte dazu,' ebenso wie Gebrüder Hahn in Zwci-brücken, eine Büchcrtaxc.

Als das verhängnisvollste Symptom des Mißverhältnisses zwischenFirmenzahl, Produktion und Preisansatz einerseits und den Interessendes Publikums und des soliden Buchhandels andrerseits erscheint den Gut-achten der Kundenrabatt. Jenes dreifache Mißverhältnis ist die Grund-erschcinung der allgemeinen Steigerung des geistigen und wirtschaftlichenLebens der neuen Zeit; der Kundcnrabatt ist das verderblichste Erzeugnisdes sich daraus ergebenden gesteigerten Konkurrenzkampfes, und er seiner-seits bringt alle übrigen Konkurrcnzcrscheinuugen zur vollen Blüte: diesder Grundgedankengang der Gutachten, in dein so der Kundcnrabatt einecentrale Stellung einnimmt.

Die Übel, unter denen der Buchhandel leidet, sind die zu große Zahlder Buchhandlungen, die daraus entstehendeViclschreibcrci" oder viel-