600 9. Kapitel: Der Horv-ith-Göschensche Rcfornwcrsilch.
mehr „Bieldruckerei", und zwar besonders die schlechte, der Kundcnrcibattaber ist das gröszeste unter ihnen: das ist das ^. und 0 der Gutachten.Das Nabattgeben an Partikulicrs, wobei die Städte Leipzig und Berlin eine besonders hervorragende Nolle spielten, war ihnen „bei weitemeiner der wichtigsten, wo nicht der allerwichtigste" Punkt, seine Ab-stellung das „wesentlichste Erfordcrniß zur Verbcßcrung des Buch-handels, ohne welches alle andern Maasregeln der bezweckten Con-vention theils nur wenig, thcils auch gar nichts helfen werden"(Varrcntrapp ^ Wenner in Frankfurt a. M.). Wofür wird Wohl derKäufer belohnt? fragt Bertuch . Und entehrt sich der Sortimentcr nichtselbst, wenn er in der Form des Rabatts zum Partikulicr spricht: denLohn, den mir der Verleger gibt, verdiene ich nicht; er ist zu hoch fürmich? Der Kundcnrabatt zerrüttet den Sortimcntshandcl, er ist aberanch für den Verleger schädlich. Der Kundcnrabatt vor allem ist daranschuld, daß der Verleger kaum die Hälfte der Summe bezahlt erhält,auf die er zu Anfang der Messe rechnet: er verliert die Zinsen; nichtaus seiner, sondern aus des Verlegers Tasche bezahlt der Sortimcuterden widersinnigen Rabatt an den Partiknlier, der es eigentlich ist, wo-durch dem Buchhandel sein Ansehen geraubt und der Buchhändler zuallen Kniffen genötigt wird, um der Zahlung auszuweichen. Horvathprägte Ende Juli den Deputierten nochmals ein, daß die Hauptsachedie Bekämpfung des Kundenrabatts sei, und erklärte, gerade dieser Punktsei so wichtig, daß darüber ein besonderer Fragebogen versandt werdenmüßte.
Wir haben über die Kundenrabattfragc 38 Gutachten. Die An-sicht, die Göschen in den „Gedanken" ausgesprochen hatte, zerfieliu die Ansichten zweier verschiedener Gruppen. Die erste, zu denenGöschen selbst zählt (17 Stimmen), plädierte für ein unbedingtes Rabatt-verbot und wollte nur notwendigen nichtbuchhändlcrischcn Kommissionären12 bis 16°/g bewilligen, und zwar unter der Bedingung, ihrerseitskeinen Kundcnrabatt zu gewähren. Allerdings wurde von den Auswärtigenbetont, daß die erste Bedingung die Abschaffung des Kundcnrabattsseitens dcr Leipziger und Berliner sei, vor allen müßten die Leipzigerdamit den Anfang machen. Das Publikum sollte mit Angabe dcr Gründeund dcr Erklärung, wie es dabei nichts verliere — nur Bcygang setztehiuzu: wenn nämlich die Preise billiger gemacht werden — von dem