602 ». Kapitel: Der Horvath-Göschenschc Refonnversuch.
im ersten Übcrtretungsfall eine Strafsummc von 50, iin Wiederholungs-fälle eine solche von 100 Thalcrn, endlich Vcrlnst des Börsenrcchts undKayser Aufhebung der Rechnung und Notierung auf der schwarzen Tafelin der Börse vor.
Die Buchhändler der dritten Gruppe — Anton, die BödncrischeBuchhandlung in Schwerin , die Gebr. Hahn, Dicterich, Keil, Reimer undFranke — hielten zwar die Abschaffung des Kundenrabatts für dringenderforderlich, jede direkte Bestimmung darüber, auch seine Begrenzungauf eine gewisse Höhe, aber für durchaus undurchführbar. Die meistenhielten auch das Mittel der Kreditcntzichung für undurchführbar. DieserGruppe gehört auch Anton in Görlitz an, ungeachtet — eines der Bei-spiele für die leisen Brechungen, die die Strahlen der Gutachten in derVerarbeitung der Deputation hie und da erfuhren — der Notiz desAuszugs: „Beweiset, der Rabatt müsse ausgerottet werden, und alleBuchhändler müssen sich dazu verbinden". Daß der Rabatt eigentlichausgerottet werden müßte, war mit sehr wenigen Ausnahmen die An-sicht aller und so auch Antons. Das Wesentliche an Antons Aufsatz istaber gerade dieö, daß er ausführlich auseinandersetzt, die Abschaffuugdes KundcnrabattS sei vorläufig unmöglich. Sie wird möglich erstdann, wenn sich „alle in Einen Bund vereinigen", einen solchen aber,der die Kraft besitzt, Widerstrebenden mit Erfolg entgegenzutreten. Zubcidcm aber ist gegenwärtig noch keine Hoffnung. Der Ansicht, daßunter den herrschenden Verhältnissen ein Nabattvcrbot weder überhaupt,uoch über eine bestimmte Höhe hinans angebracht sei, waren auch dieübrigen Buchhändler dieser Gruppe. Zum Teil sprechen sie dabei dieSchneider ^ Wcigelschen Grundsätze aus: „Jeder mnß Herr von seinemEigenthum sein, und Bücher herabsetzen können, kurtz kaufmännischhandeln" (A. G. Licbeskind, Leipzig ). Waren dann überhaupt gemein-same Maßregeln möglich? Liebeskind nannte keine andern als die, aufpünktliches Zahlen zn halten, namentlich unter den Leipzigern selbst;dann würde das große Nabatticrcn gewiß aufhören. Allein so dachtendoch nicht alle. Dicterich in Göttingeu, Keil iu Magdeburg , die Böd-uerische Handlung, die Gebr. Hahn und Anton nannten als die Quellen,die verstopft werden müßten: das Eindringe,? untüchtiger und unsoliderElemente, die nnmittclbare Lieferung seitens des Verlegers an das Publi-kum mit Vicrtclrabatt, die Herausgabe von Katalogen mit um 50°/<,