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Politische Geschichte Deutschlands im neunzehnten Jahrhundert / von Georg Kaufmann
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Reform und Restauration.

auszugeben: und gerade damals löste sich Rußland von Öster-reich nnd näherte sich England , dessen Politik von Canning ge-leitet wurde, den Metternich als ein Haupt der Revolutionärebezeichnete. Mit dieser unzweifelhaften Niederlage halte man diegroßen Worte zusammen, in denen sich Metternich damals rühmte,daß zur Zeit außer ihm selbst niemand eine politische Rolle spiele.Nur eine andere Wendung des gleichen Hochmuts und der gleichenOberflächlichkeit war es, wenn er im August 1825 an den öster-reichischen Gesandten in London schrieb:

risii ni clans ess Principes iri clairs Iss salouls cie notrs Oadiristri'sst su^st k varisr, sar nos Principes sorit eorrsets st nötig rnarströsst sxsmxts 6s toutss vrrss sssoiKtairös, politic^us 6s La Attests'iinp^riatö a touts lir valsur cl'uvs rÄiZiori . . . r>os oaleuls ris sontHauriris oornös arr ^our ciui eourt orr k uir dssoiri ärr uroinsirt. ?1ao6ssn taos äs l'g.vsrrir st rt'asoorctirirt k ciss sradarras inoursutair^sä'autrs valsur yus seile äs Symptomes passaxers . . . rrotrs point6s vus sst ötsnciu meris tixs st irotrs aetioii sst prs'siss st oonstü-litövsrs uns irrvirrs dirsetion.

Man hat das Gesühl, daß Metternich sich in diesen Phrasenberauschte, und sie waren ihm auch ein Bedürfnis und eine Ge-wohnheit, aber sie wurden von ihm doch zugleich nicht ohne Be-rechnung gebraucht und bildeten ein oft recht wirksames Werkzeug;denn Metternich gab sich dadurch den Anschein einer Tiefe desWesens und einer Großheit der Ziele, die viele beschwichtigten undzu ihm hinüberzogen, welche sonst durch seine frivole Behandlungder wichtigsten Staatsangelegenheiten, wie dnrch seine leichtfertigeLebensführung hätten abgestoßen werden müssen. Dabei leistetenihm Leute wie Gentz und Adam Müller, vor allen Gentz, diewichtigsten Dienste. Gentz hatte wirklich Gedanken, woran es Metter-nich eher fehlte, und konnte auch noch in ihre Tiefe streifen undfie zum Mißbrauch ausbeuten, nachdem er einen aufrichtigen Ge-branch abgeschworen hatte. Metternich selbst war weit mehr ge-wandt als reich in seinen Äußerungen. Man hat bemerkt, daß ergewisse Vergleiche und Bilder zum Überdruß gebrauchte, aber dasgeschah doch vielleicht mehr aus Eitelkeit als aus Armut; er frentesich seiner Wendung und konnte z. B. den Vergleich der Karls-bader Beschlüsse mit einer glücklich überstandenen Niederkunft in