Baden. Blittersdvrsf, 149
Phrasen betrachten, sie sind mit den Gedankenreihen zusammen znnehmen, die damals Paul Pfizer in Württemberg uud Dahlmaun inHannover zu Erwägungen drängten, die über den lähmenden Jammerder BnndestagSpolitik fröhlich hinausführten. Winter bietet einBeispiel dafür, daß diese Gedanken anch Männern nicht fern blieben,die es über sich gewannen, Mitglieder dieser gewaltthätigen Re-gierungen der Reaktion zu sein. Blieb doch Winter anch dann imMinisterium, als bald uach deu geheimen Wiener Konferenzen von1834 an Stelle des gemäßigten und rechtschaffenen Herrn von Türk-heim der bisherige Bundestagsgesandte von Blittersdvrff das Mini-sterium des Auswärtigen übernahm und den leitenden Einfluß iuder Regierung gewann.
BlitterSdorff besaß mancherlei äußere Gaben und Hilfsmittelund eine völlige Gleichgültigkeit gegen die Bestimmungen der Ver-fassung wie gegen die allgemeinsten Grundsätze von Recht uudBilligkeit, er war der rücksichtslose uud srivole Vertreter des SystemsMetternich. Winter sühlte sich unbehaglich und eingeengt nntcrdiesem Einfluß, aber er fügte sich ihm, und
auch seine Verwaltung wurde inach Wclckcrs Urteil) seinen bisherigen Grund-sätzen tagtäglich untreuer und im Sinne der gewöhnlichen Pvlitik unehrlicher.Die Polizei- uud Beamtenherrschnft und die damit verbundene Vcrmindcrnngjeder selbständigen und freien staatsbürgerlichen Stellung der Beamten,welche dnrch Pensionierungen, Versetzungen nnd Entziehung der Zulagenund Beförderungen leicht bewirkt wurde, ferner die Wahlbchcrrschung, dieUnterdrückung der Presse nahmen täglich zu.
Blittersdvrff handhabte die Censur nicht nur so, daß er streichenließ, was ihm nicht paßte, sondern er ließ z. B. auch 1837 in demoffiziösen Kammcrbericht über eine Rede Rottecks drei grobe Un-wahrheiten verbreiten, darunter auch die, daß der Katholik Rotteckdie katholische Religion gröblich geschmäht und daß die Kammerin einem Beschluß die Mißbilligung der Rede ausgesprochen habe.In deu Zeitungen, welche dies aufgenommen hatten und dann dieBerichtigung Rottecks bringen wollten, strich die Ccnsnr diese Be-richtigung, und die „Allgemeine Zeitnng" schrieb damals an Rotteck,es begegne ihr jetzt öfter, daß sie selbst Berichtigungen snlschcrBerichte über offizielle Verhandlungen nicht aufnehmen dürfe. Manerinnert sich der Beschwerden E. M. Arndts über die Fälschungen