mit Erfolg zu erneuen. Napoleon sah in dem Augebot eine glück-liche Fügung, die sein Ansehen in Frankreich erhöhen und ihmüberdies Gelegenheit geben sollte, von Preußen Landgewinn alsLohn für seine Neutralität zu erhalten, ähnlich wie ihn Italien mitSavoyen und Nizza gezahlt hatte. Aber Italien lehnte es ab, denBundesgenossen so schmählich zu verlassen, dessen Siege ihm Rettungbrachten, und in Paris herrschte keine Einigkeit über den Weg,der einzuschlagen war. Die Kaiserin und der leitende MinisterDrouyn de l'Huys glaubten Preußen einschüchtern und ihm die Be-dingungen des Friedens vorschreiben zu können: sie drängten zurTeilnahme am Kriege. Eine Gegenpartei warnte den Kaiser, mitseinen Forderungen nicht zu weit zu gehen, denn es streite gegenseine bisherige Politik, und überdies sei die Armee in keiner Weisekampsbereit.
So kam es zu widersprechenden Entschlüssen, und Napoleon mußte sehen, wie die glänzende Stellung, die ihm die AbtretungVenetiens eröffnete, sich schließlich in eine Demütigung verkehrte.Es gab Augenblicke, in denen Napoleon uuter der Last diesesSchicksals zusammenzubrechen drohte: aber schließlich hat er docheinen nicht unwesentlichen Einfluß auf die Friedeusbediuguugengehabt. Bismarck behandelte ihn mit ausgesuchter Höflichkeit, ver-zichtete aus Rücksicht auf ihn darauf, jetzt schou auch Süddeutsch-land in den neuen deutschen Bund hineinzuziehen, und holte seineZustimmung zu den Friedensbedinguugen ein, im besonderen zudem Satze, daß Preußen mehrere deutsche Gebiete annektieren werde.
Napoleon vermied es dabei, die Vergrößerung zu bezeichnen, dieer für Frankreich fordere, aber Bismarck wußte, daß diese Gefahr überseinem Werke schwebte, uud überdies war auch eiue Einmischung desrussischen Kaisers zu fürchten, der die ihm verwandten deutschenFürstenhäuser zu schützen und deshalb einen Kongreß der Groß-mächte zu berufen wünschte. Unter diesen Umständen drängteBismarck den König, so rasch als möglich mit Österreich abzu-schließen. Darüber ist es zu sehr erregten Verhandlungen ge-kommen. Der König wollte Teile von Sachsen, Hannover uud Hessen annektieren, sodann von Bayern die alten Besitzungen der Hohen-zollern, Ansbach und Baireuth, zurückerwerben und von Österreich