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war einer der eifrigsten im Modellsaal und in der Gemälde-sammlung.
Pecht »ennt ihn düster, schwarzblütig, von ganz südlicherGlut, zum Pathos geneigt, damit den 0on der Mutter ererbtenErnst, die Beharrlichkeit des Deutschen vereinend, voll Einbildnngs-kraft und doch scharf beobachtend, ehrgeizig und hochstrebend, vonleicht aufbrausender Heftigkeit. Durch Carl Schorns förderndeVermittelung mit der großen Kuust des Malens vertraut, durchNachmalen großer Rnbensscher Werke in dieser befestigt, srüh durchdes Vaters Tod in den Zwang versetzt, dessen nachahmende Be-strebungen zum Abschluß zu bringen, gelang es ihm rasch nebenSchorn au der Akademie sich eine Stellung zu erwerben. Seineersten Bilder waren im Sinne der Langerschen Schnle, weich imTon, dustig, Riedel verwandt, so seine Leipziger Bildnisse. Spätersah er Italien, Frankreich . Alles wirkte zusammen aus die Hin-neigung zu einer altmeisterlichen Knnst. Schorns unvollendet ge-bliebenes Bild Die Sintflut, Pilotys Stiftung der Liga warenfür München der Anfang einer neuen, diese zum Siege sührendenRichtung. Vielleicht kam Piloty zu früh: die eigenartige Richtung,die in München heimisch war, jene Morgensterns, Bürkels, Adams,wurde abermals beiseite gestoßen, um einer größeren, aber minderselbständigen Meisterschaft Raum zu geben, durch die es rascher,bequemer gelang, gute Bilder herzustellen. Was jene in der Natursuchten, fanden die Neuen in alten Bildern. R. L. Zimmermannerzählt, wie die Münchener Naturalisten von damals, wenn sie etwasGeld hatten, aufs Land flohen, um in der Einsamkeit zu malen;wie andere, ärmere sich einsperrten, um Stillleben zn schaffen; wiesie sich alle abmühten, auf ihre Leinwand etwas Farbe zu bringen;wie sie sich ihre neu gefundenen Geheimnisse gegenseitig verbargen;wie jeder, der aufkommen wollte, sich selbst belehren mnßte, da dieAkademie ihm nichts bot als die gezeichnete oder gesprochenePhrase. Und wie der junge Künstler, der sich gar nicht mehrzu helfen vermochte, in die Pinakothek ging, stundenlang vvr denBildern herumstand, nm dann mit geschwollenein Kops nach Hausezurückzukehren und erst recht nicht zu wissen, wie er nun mitseinem Bilde weiter kommen sollte. Der Kampf des Cornelius