Hautkrankheiten.
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(1803—1855), ein Schüler Schoenleins, durch sein Werk: „DieKrankheitsveränderungen der Haut und ihre Anfänge innosologischer und therapeutischer Beziehung" (1840) ansund übertrug das von der Botanik und Zoologie her bekanntenatürliche System auf die Hautkrankheiten; er sprach von einemZtadium der Keimuug, Entwickelung, Blüte, Reife, Fruchtbildungnnd Verwelkung und dieser Umstand sowohl, wie eine schwer ver-ständliche Nomenklatur waren der Ausnahme seiner Lehre hinder-lich. — Eiue neue Zeit erstand erst durch Ferdinand v. Hebra(1816—1880), der die humoral-pathologische Auffassung seiner Vor-gänger über den Haufen warf und an der Hand eines gewaltigenMateriales, wie durch das Experiment zeigte, daß die Hautkrank-heiten im Allgemeinen örtlicher Natur siud und durch parasitäreoder ähnliche lokale Reize entstehen. Sein „Versuch einer aufpathologische Anatomie gegründeten Einteilung der Haut-krankheiten" (1845), seiu „Atlas der Hautkrankheiten"(1860) und ein Lehrbuch, welches später von Kaposi vollendetwurde, siud die Früchte seiner Studien gewesen. Die Einfachheitseiner Tarstellungen erregte anfänglich ungläubiges Kopfschütteln,ja lebhaften Widerspruch, als aber auch die Therapie, die bis da-hin gerade bei den Dermatosen eine wenig aussichtsvolle gewesenwar, anfing, erfolgreich zn werden, da eroberte sich Heb ras Systembald das Vertrauen der Ärztewelt. Er stellte zwölf Veränderungender Haut auf, unter welche sich alle Krankheiten snbsummierenlassen: Die Hyperämie und Anämie, die Anomalien der Haut-drüsenfunktionen, Exsudationen, Blutungen. HyPer- und Atrophien,Neoplnsmata, Pseudoplasmata, Nleerationen, Neurosen undParasiten.
Aus Hebras Zeit stammen die Untersuchungen von F. W.Felix von Baerensprung (1822—1864), welcher namentlich überden Herpes Zoster arbeitete und die Lehre von den auf nervösenEinflüssen entstehenden Dermatosen begründete. Von Daniel Cor-nelius Danielßen (1815—1894) haben wir zu berichten, daß ereiner der besten Kenner des Aussatzes (Lepra) war. Von MoritzKaposi (geb. 1837), welcher als ein Schüler Hebras dessen Nach-solger wurde, konnten wir schon sprechen. Seine Arbeiten über