Perkussion.
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der inneren Medizin verschaffte. Es mag daher hier der rechtePlatz sein, zu ergründen, wie diese wichtigen Hilfsmittel sich ausbescheidenen Anfängen zu ihrer heutigen Bedeutung entwickelten. —Die Methode, durch Beklopfen des Körpers, besonders des Brust-korbes, Zustände der darunter gelegenen Teile zn beurteilen,wurde von Auenbrugger in Wien erfunden (1753), der sie1761 in einer Schrift beschrieb und damals schon den AusdruckPerkussion gebrauchte. Josef Leopold Auenbrugger (1722—1809)studierte die Schallverhältnisse beim Beklopfen der Brust Gesunderund Kranker und beschrieb namentlich den gedämpften Ton, dener dadurch erklärte, daß an Stelle der Luft Flüssigkeit oder festeSubstanzen getreten seien. Seine Theorien probierte er auchdurch das Experiment, indem er den Brustkorb von Leicheninjizierte und dann nachwies, daß die Dämpfung gerade so weitreichte, als der Brustkorb ohne Luft war. Die epochemachendeErfindung, deren Wert er sosort richtig erkannte, fand wenigBeifall und wäre schließlich vergessen worden, wenn nicht dergeniale Leibarzt Napoleons Corvisart (1808) sie wieder zn Ehrengebracht hätte. Derselbe übersetzte die Arbeit des Wiener Arztes,der diese Rehabilitierung seiner Methode noch erlebte, ins Fran-zösische und versah dieselbe mit einem Kommentar. Hatte Auen-brugger mit dem Finger direkt auf die zu perkutiereude Flüchegeklopft, so führte Piorry (1828) eine kleine Elfenbeinplatte ein,auf die man klopfen sollte (das Plessimeter) und Wintrich ersetzteden Finger durch einen Perkussionshammer. Endlich vereinfachteman die Perkussion noch dadnrch, daß man Plessimeter nnd Hammerweglies und mit dem Mittelfinger der rechten Hand auf denZeige- oder Mittelfinger der linken Hand, welcher der zn unter-suchenden Flüche dicht aufgelegt war, klopfte. Diese neuesteMethode ist nunmehr Wohl am allgemeinsten in Gebranch, dochwerden auch die übrigen noch geübt, nur das von Auenbruggerangegebene Verfahren wurde endgültig verlassen.
Um die Perkussion haben sich namentlich Wintrich , Traube,Biermer und Gerhardt verdient gemacht, die jeder für sichkleine Veränderungen der Methode zeigen, aber doch im allgemeinenübereinstimmen. Die Perkussion, die, wie oben erwähnt, zum