ist die Heftigkeit zu verstehen, mit der sich Carlyle gegendie heimische Aristokratie wendet, für die der Müßiggangvornehm geworden sei. Der Grund davon ist der, daß ereben auch hier wie an so vielen anderen Orten an Stelledes Dinges nur ein Schcinding erblickte. In dieser Hinsichtbot ihm Deutschland noch glänzende Beispiele der entgegen-gesetzten Art. Vorwurfsvoll weist er die Großen seinesLandes auf Karl August von Sachsen-Weimar hin, einenFürsten , dem er zeitlebens Bewunderung zollte. DieserHerzog, der im Vergleich mit englischen Verhältnissen armzu nennen war, habe für sein Land mehr gethan als alleenglischen Herzöge, die jetzt leben oder gelebt haben, seitdemihnen Heinrich VIII. die Kirchcnländercien geschenkt hätte.
Da die Aristokratie unnütz geworden ist, so können dieAngriffe, welche in stets wachsendem Maße gegen sie gerichtetwerden, nicht ohne Erfolg bleiben. Besonders dürfte eineÄnderung der Landesgesetzgebnng unabwendbar sein. Hierwerden Quadratmeilen fruchtbaren Ackers in Einöden zuSportszwcckcn verwandelt, während in den Städten Millionenkräftiger Hände sich regen, für die das Laud zur Bebauunggeschaffen ist. Carlyle scheint für die Verstaatlichung desGrund und Bodens gewesen zu sein, so wenigstens nachAussprüchen in „?ast s,nä?rsssnt".^) Hieraus erklärt sichauch Carlylcs mitunter fast lächerlicher Eifer gegen die Jagd-passion der Großen seiner Heimat. Er werde den Tagsegnen, sagt er, an dem das letzte Rebhnhn geschossen undder einzige Jäger, der noch möglich bliebe, der Kammerjägersei. Ausnahmen freilich erkennt er an, Fälle, in denenMänner der Aristokratie auch heute noch große Ziele ver-folgt haben. Insbesondere mag er hier an den Grafen vonShaftesbury gedacht haben. Aber sie können den Untergangihres Standes nicht verhindern: sie können höchstens be-wirken, daß das Ende „eine friedliche Euthanasie sei, nichtein jäher Zusammenbruch in den Gluten der Revolution".
*) Vergl. ?Iis xkilosopli^ ok 0g.rlvls bv v. NsaäS. 127. Boston 1881.