Dibra wird den Bewohnern der angrenzenden BezirkeAlbaniens zugesichert, da diese beiden Städte zu allenZeiten besagten Bewohnern als für ihre wirtschaftlicheExistenz unentbehrliche Märkte gedient haben. Siemüssen daher nach diesen Städten kommen, ihre Er-zeugnisse zum Verkauf dorthin schaffen und dort auchdie von ihnen benötigten Waren kaufen können, ohnedaß ihnen irgendwelche Einschränkungen auferlegt,werden oder dieser freie Zugang von irgendwelchenBedingungen abhängig gemacht wird. Es herrscht je-doch Einverständnis darüber, daß sie sich den gültigenGesetzen sowie Zoll- und Polizeiverordnungen zuunterwerfen haben.
Die Versammlung hält es für wünschenswert, diesenEntwurf anzunehmen und ist der Meinung, ersolle der serbischen Regierung durch die Vertreterder Mächte mitgeteilt werden."
Sodann gelangte die Inselfrage zur Besprechung,bei welcher es sich eigentlich mehr um formale Unter-schiede zwischen den französischen und italienischenTexten handelt. Herr Cambon erklärte, daß seineFassung auf Zusagen beruhe, die Herr Tittoni HerrnPichon mündlich erteilt habe, und die die Verpflich-tung enthielten, für den Fall des französischen Ein-verständnisses mit der Abtretung Korizas an Albanien gegen die Überlassung der italienischen Inseln anGriechenland keinen Widerspruch zu erheben. Ausdieser Abmachung sei unter Weglassung der Bezug-nahme auf Griechenland seine in der letzten Sitzungangeregte Formel entstanden. Von derselben könneer ohne Zustimmung seiner Regierung nicht abgehen.
Sir Edward Grey benutzte den Anlaß, um mitNachdruck zu betonen, daß die englische öffentlicheMeinung sich viel mehr für die Inseln interessiere alsfür Albanien und es nicht dulden könne, daß sich eine
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