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2 (1927)
Entstehung
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aus wohlwollend über den Prinzen ausgesprochen hat.Sir E. Grey hat ihm eröffnet, daß er der Sympathiender britischen Regierung sich vergewissert haltenkönne, falls namentlich alles vermieden würde, wasden Anschein erwecken könne, als ob Österreich-Ungarn und Italien den anderen Mächten gegenübereine ausgesprochene Vorzugsstellung in Albanien ein-geräumt werde. Mir gegenüber betonte der Ministerferner, daß er gern bereit sei, im Parlament dafür ein-zutreten, daß die britische Regierung ein Sechstel derGarantie für die albanische Anleihe übernehme. Eswürde ihm aber schwer sein, dem Einwurf zu be-gegnen, daß Großbritannien in Albanien keine direktenInteressen habe und daher zum mindesten verlangenmüsse, daß, falls es in dieser Hinsicht Verpflichtungenübernehme, es auch gleichmäßig an der albanischenBank beteiligt sei, an welcher Österreich-Ungarn undItalien die Mehrheit zufallen solle. Auch müsse manverlangen, daß der Vorschuß, der dem Prinzen ä contodes Anlehns gewährt würde und der auf diesem zu-rückgezahlt werden solle, gleichfalls unter die Auf-sicht der Commission de contröle falle. Er be-absichtige, diese Frage nicht mit mir zu besprechen,sondern wolle mir nur vertraulich seinen Standpunktdarlegen. Ich entgegnete, daß ich über die Angelegen-heit nicht genau unterrichtet sei, aber annehme, daßalle Mächte das gleiche Interesse an der EntwicklungAlbaniens und der Erhaltung des Friedens auf demBalkan nähmen, und daß diesem Interesse auch dieübernommene Verpflichtung entspräche, dem jungenStaate die Mittel zu gewähren und zu gewährleisten,die ihn allein in den Stand setzen könnten, die not-wendigsten Einrichtungen zur Bildung eines modernenStaatswesens zu treffen. Durch eine allzu weitgehendeEinschränkung seiner Rechte und Befugnisse und

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