die hiesige Regierung, schon weil sie sich durch Ver-sprechungen gebunden fühlt, die sie den Portugiesengegenüber eingegangen ist, wohl kaum zu veranlassensein.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 7. 2. 1914
Für Herrn Staatssekretär von Jagow.
B rief erhalten. Es ist vollkommen ausgeschlossen,daß man hier darauf eingeht, in das preamble unse-res letzten Vertrages eine ausdrückliche Außerkraft-setzung des Windsor-Vertrages aufzunehmen. Es wäredaher zwecklos, mich zu beauftragen, mit einem solchenAnliegen an Sir E. Grey heranzutreten. Hier wünschtman, wie ich wiederholt auseinandergesetzt habe, denseit Jahrhunderten mit Portugal bestehenden Bündnis-vertrag, der ja lediglich in Windsor erneuert wurde,wenigstens der Form nach mit unserem Vertrag inEinklang zu bringen. Kein englischer Minister würdesich dazu verstehen, unter Außerachtlassung dieserForm, das heißt unter offenkundiger Verletzung dersouveränen Rechte Portugals einen Vertrag zuschließen, der die Beraubung einer befreundeten, undin diesem Fall noch dazu verbündeten Macht offen-kundig zum Zwecke hätte. Selbst die über Marokko abgeschlossenen Verträge haben meines Wissens zu-nächst die volle Souveränität des Sultans gewähr-leistet. Alle mit England über die portugiesischenKolonien abgeschlossenen Verträge behandeln formalim wesentlichen die Schaffung beiderseitiger Inter-essensphären. Unsere eigentlichen Absichten sindhier genau bekannt, und ist denselben in beiden Ver-trägen dadurch Rechnung getragen, daß Verhältnisseberücksichtigt wurden, welche die Möglichkeitschaffen, die alte englisch -portugiesische Vertrags-grundlage zu umgehen und gewaltsame Eingriffe in
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