seeische Ausbreitung Deutschlands nicht hemmenkönne, ohne sich die Feindschaft Deutschlands inEuropa zuzuziehen. Es sei besser für England, wennDeutschland seine Interessen und seine Macht in der-selben Weise wie England über die ganze Welt gleich-mäßig verteile, als wie wenn Deutschland seine ganzeFlotte an einer Stelle gegen die Macht versammelthalte, die ihr den Ausgang versperre. Auf der anderenSeite sei es besser für Deutschland , daß England eineSeemacht mit kleiner Armee bleibe, und soviel alsmöglich freie Hand in der europäischen Politik be-halte, als wie wenn England durch die deutschen Flottenrüstungen dazu getrieben würde, eine Kon-tinentalmacht mit großer Armee und kontinentalenBündnissen zu werden. Gelänge es Deutschland , Eng-land seiner Vorherrschaft zur See zu berauben, sowerde das Ergebnis sein, daß praktisch der Kanalverschwinden und daß England gezwungen werdenwürde, zum Schutze seines Territoriums definitivemilitärische und Flotten-Bündnisse mit anderen
Mächten einzugehen.
Lichnowsky.
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG
VJParlament erwartet wurde, das Marinebudget für1913/14 zusammen mit einem erklärenden Kommentarausgeben lassen. Das Budget sieht 5 Schlachtschiffe,8 kleine Kreuzer und 16 Zerstörer vor — also einSchlachtschiff mehr und vier Zerstörer weniger alsdas vorjährige Budget — und rechnet mit einer Aus-gabe von etwas über 46 000 000 Pfund Sterling, wasgegen das Vorjahr eine Vermehrung von rund1 200 000 Pfund Sterling darstellt.
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