BISMARCK
VERTRAULICHE GESPRÄCHEu. a. über Wilhelm den Zweiten
Von seinem Anwalt Justizrat Ferdinand Philippaufgezeichnet und aus dessen Nachlaß heraus-gegeben
Mit 8 Bildern / Geheftet M. 4.—, gebunden M. 5.50
Diese Gespräche stammen aus Bismarcks wichtigsten Jahren:aus der Zeit seiner Diktatur sowie vor und nach der Entlassung.Sie geben manchen neuen Einblick in den intimen Bismarck, undmanches Selbstbekenntnis erschließt uns ein neues Verständnisfür diesen Recken, wenn er z. B. von dem anderen Kerl in sichspricht, dem er seine besten Entschlüsse zu verdanken habe, usw.Geschichtlich aber sind diese Gespräche von noch höherem Inter-esse. Offen spricht Bismarck davon, wie er mit riesigen Summeneine Frau bestach, um ein politisches Ziel zu erreichen, und wieer noch 1887 einen Verfassungsbruch, eine Alleinherrschaft ohneReichstag plante. Das Interessanteste jedoch sind seine Berichteüber den Kaiser: Diese gibt er mit einer Rückhaltlosigkeit, wie eres schriftlich nie gewagt hätte. Sie stellen eine schärfere Ver-urteilung dar, als etwa Emil Ludwigs Buch. Kein Deutscher kannan diesem bisher unbekannten Urteil über den Kaiser vorüber-gehen — denn wer vermag Bismarcks Autorität abzulehnen? Bis-marck kannte ihn wie kein Zweiter. Wäre dies Urteil schon zuseinen Lebzeiten bekanntgeworden, so wäre der Widersinn ein-getreten, daß er, der Gründer des kaiserlichen Deutschland , wegenMajestätsbeleidigung angeklagt worden wäre. Dies Buch ist einsder wichtigsten Bismarck-Dokumente. Jetzt erst, so lange nachseinem Tode, erfahren wir seine wahre, durch keine Rücksicht-nahme mehr getrübte Beurteilung des Kaisers.