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Schwierigkeiten batte, im englischen Kabinett die blosseHineinziehung Frankreichs in den Krieg als ausreichendenGrund für die aktive Mitwirkung Englands durchzusetzen. DieCambon'sche Interpretation, ein Krieg, in den Frankreich und Deutschland verwickelt seien, bedeute einen Kampf umdie Hegemonie Europas, der England nicht gleichgültig lassenkönne, — eine Interpretation, der Grey nicht widersprochenhatte (siehe S. 32/33), fand offenbar im englichen Kabinett keineausreichende Unterstützung.
Die Verlegenheit Grey's wurde vermehrt durch sehr weit-gehende Zusicherungen, die Deutschland für den Fall einerbritischen Neutralitätserklärung in Aussicht stellte. Am 29. Juli,als die „freundschaftlichen und privaten" Eröffnungen Grey'san den Fürsten Lichnowsky in Berlin noch nicht bekannt waren(siehe S. 30), machte der Reichskanzler Sir E. Goschen einen Vor-schlag, der die englische Neutralität ermöglichen sollte (Blau-buch No. 85). Der Kanzler wies darauf hin, dass ein russischerAngrifí auf Oesterreich-Ungarn voraussichtlich zu einer euro-päischen Konflagration führen werde, da Deutschland zurWaffenhilfe für seinen Verbündeten verpflichtet sei. Der Kanzlerfügte hinzu, es sei für ihn klar, dass England nicht ruhig zu-sehen wolle, wenn Frankreich in irgendeinem möglichen Kon-flikt vernichtet werde. Die Vernichtung Frankreichs sei abernicht Deutschlands Ziel, und unter der Voraussetzung, dassEnglands Neutralität gesichert sei, könne der britischen Re-gierung jede Zusicherung gegeben werden, dass Deutschland keinerlei territoriale Vergrösserung auf Kosten Frankreichs erstrebe, auch Avenn Deutschland aus einem solchen Krieg sieg-reich hervorgehe. Der Kanzler lehnte es auf Befragen Goschen'sab, eine gleiche Zusicherung auch für die französischen Kolo-nien zu geben, eine Ablehnung, die späterhin nicht aufrechterhalten wurde. Ferner erklärte der Kanzler, dass Deutsch-land die Neutralität Hollands jedenfalls respektieren werde,wenn dies auch von anderer Seite geschehe ; und was Belgien anlange, so werde es von Frankreichs Aktion abhängen, welcheOperationen Deutschland gezwungen sein könnte in Belgien einzuleiten; aber nach dem Krieg werde Belgiens Integritätrespektiert Averden, falls Belgien nicht gegen Deutschland ge-kämpft habe.
Dieses Angebot erfuhr bei Sir Edward Grey die schroffste Ablehnung (Blaubuch No. 101). Goschen wurde beauftragt,dem Reichskanzler über die Zusicherungen betreffend Frank-reich zu sagen: "it would be a disgrace for us to make thisbargain with Germany at the expense of France, a disgracefrom which the good name of this country would never recover"(es wäre eine Schmach für uns, diesen Schacher mit Deutsch-land auf Kosten Frankreichs zu machen, eine Schande, vonder der gute Name Englands sich nie erholen könne). Auchdass England seine Verpflichtungen und Interessen bezüglich
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