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Erzberger gegen Helfferich / [mit Beiträgen von Fritz Zinnecke, ...]
Entstehung
Seite
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entfernt die Rede davon sein! Denn Angestellter ist der, der Weisungen znfolgen hat, und der alte Thyssen hat es mit En^rrüstung zurückgewiesen, «daßman Erzberger als einen Angestellten bezeichnet hat. Weshalb denn auch?Wir sehen ja auch ich komme gleich darauf vzie selbständig überallErzberger aufgetreten ist.

Ich kann hiernach nicht anerkennen, daß eine unsaubere Vermischungzwischen parlamentarischer und geschäftlicher Tätigkeit obwaltet.

Gesinnungswechsel?

Und nun kommt der Vorwurf, den ich an erster Stelle z<u betonenhabe, der Vorwurf nämlich des-Gesinnungswechsels je nach der Zugehörigkeitoder NichtKngehörigkeit zum Thyssenikonzern. Die Broschüre lder darin ab-gedruckte Artikel vom 21. Juli) sagt in dieser Beziehung Herrn Erzbergernach: ich habe die Erfahrung gemacht, daß seine Haltung eine andere war,während er dem Thyssenkonzern angehörte, eine andere nach seinem mehr oderweniger freiwilligen Austritt. Es wurde Herrn Helfferich dann am 23. Juliin der Allgemeinen Zeitung vorgehalten, daß Erzberger erst einige Monate nachder Friedensresolution auS dem Thyssenkonzern ausgetreten fei; es habealso diese ganze Friedensaktion, die ganze Umwandking aus dem Annexio-nisten in den angeblichen Defaitistei«, erst stattgehabt während seiner Zu-geHörigkeit, also trotz Thyssen, und umgekehrt: dies sei der Grund seinesAustritts gewesen. Das war am 23. morgens, und "was erwidert der HerrAngeklagte am 23. Juli nachmittags? Man sollte denken, nunmehr müsseer sich davon überzeugt haben, daß er sich hier geirrt hätte, daß er kalciv-darisch im unklaren darüber war, wann eigentlich der Eintritt und Aus-tritt erfolgt sei. Er hatte ja gerade als früherer Direktor der DeutfchenBank mancherlei Gelegenheit, sich danach zu erkundigen. Aber was er-widerte er? Erstens mal habe ich nicht gerade diese Friedensresolution inunmittelbarem Anschluß an diesen Vorwurf hervorgehoben, obwohl es auf-fallend gewesen sei, daß Herr Erzberger schon im September 1914 al8Thyssenfcher A u f s i ch t s r a t sogar die Annexion der englischenInseln, die vor der normannischen Küste liegen natürlich ganz außerZusauunenhang.mit den an der normannischen Küste gelegenen Erzfelderndes Thyssenkonzerns befürwortet habe. Und zweitens erwiderte er: waswillst du denn?, am 1. Oktober behauptest du ausgetreten zu fein es istaber schon in rheinischen Zeitungen im August dayon die Rede gewesen».Diese letztere Bemerkung, ist völlig unverständlich; denn ob Herr Erzbergerim Oktober oder September ausgetreten ist, oder im August, ist gleich: eskommt darauf an, daß er nach der Friedensresolutivn ausgetreten ist, alsonachdem er im Thyssenkonzern diese Umwandlung durchgemacht hatte.

Aber noch eigentümlicher berührt es, daß nunmehr Herr Helfferich zttdem Gegenschlag ausholt und sagt: du haft ja schon als Thyssenfcher Auf-sichtsrot im September 1914 eine sehr weilgehende Annexionspolitik ge-trieben. Das zweite Malheur! Erst wird angenommen, Erzberger wäreausgetreten vor der Jnliresolution nnd sei erst dann zu den Defaitistenübergegangen; und jetzt wird behauptet, er sei Annexionist schon im Sep-tember 1914 gewesen, weil er Thyssenfcher Aussichtsrat war. Das Unglück:

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