reichte sie im Wintersemester 1862/63, in dem die Znhl derStudierenden mich dem offiziellen Verzeichnisse ouf 227 ge-sunken war. Wenn man nun weiß, mit welchen Mittelnman die Frequenz der Hochschule in diesen Verzeichnissenhinaufzuschrauben suchte, wie man die Kandidaten, die imAnfang des Semesters ihre Prüfungen absolvierten, fortführteusw. usw., so wird nian kaum irren, wenn man die Zahl derwirklichen Hörer von Vorlesungen um diese Zeit auf durch-schnittlich 180—200 anschlägt. Da diese fast ausschließlichaus Kurhcssen stammten, das Land aber keineswegs wohl-habend war, so hatten die Musensöhnc keine allzu reichlichenWechsel zu verzehren.
Die Wohnungen waren billig, ebenso die Nahrungs-mittel. Man zahlte in den fünfziger Jahren für ein rechtgutes und reichliches Mittagsessen im ersten Gasthofe derStadt noch 18 Mk. monatlich. Diesen Geldverhaltnisscn ent-sprechend waren die Wohnungen usw. der Studenten natür-lich auch recht einfach. Nicht minder die Kneipen der ver-schiedenen Verbindungen, die man von Semester zu Semestermietete. Schulden wurden zwar auch gemacht, aber nichtallzu hohe. Waren die Philister doch über die Zahlungsfähig-keit der Studiosen meist gut unterrichtet; auch hatten sie durchdas Recht, ihnen die Abgangszeugnisse zu belegen, ein Schutz-mittel gegen das Durchbrenncu.
Die Einnahmen der Philister, die ja fast nur von derUniversität lebten, waren daher auch keine hohen. Es gabwenig wohlhabende Leute unter ihnen, wenigere als in man-cher anderen hessischen Stadt. Eine Folge war natürlich,daß auch die Stadtverwaltung eine ärmliche war. Neubautenwurden nicht aufgeführt; wenn dennoch einmal einer unter-nommen wurde, war das ein Ereignis für die betreffendeStraße, ja die ganze Stadt. Notdürftig suchte man die altenGebäude vor dem Einstürze zu bewahren und auszubessern.Als die neue chirurgische Klinik gebaut werden sollte, hielt esschwer, in Marburg einen Maurermeister zu finden, der den