XXI
Mosse statt Moses, Veit statt Veitei, Salingre statt Zallinger,Cerf statt Hirsch etc.
Wie empfindlich die Juden sind und wie man, beim bestenWillen, ihnen nicht genug thuii bann, wird aber folgendeskleine, geradezu komische Vorkomnmiss lehren. Ich hatte ge-schrieben (Vgl. S. 104): „Die Gerechtigkeit verlangt zu ver-merken, dass der Häuserschacher nicht ausschliesslich vonBörsenrittern betrieben wurde.“ Herr Keil, von der edlenAbsicht geleitet, die Schuld nicht allein auf das auserwählte Volkfallen zu lassen, schaltete hier ein: „von Börsenrittern undIsraeliten“. Aber siehe da! .Sofort meldete sich ein jüdischerAdvocat aus Frankfurt a. M., erklärte diesen Zusatz für „un-passend und tactlos“ und verlangte energisch, die Gartenlaubesolle sich nicht „zum Tummelplatz mittelalterlicher Vor-urtheile missbrauchen lassen“. — „Intoleranz!“ „Inhumani-tät!!“ „Jahrhunderte der Verfolgung und Erniedrigung!!!“„Mittelalterliche Vorurtheileüü“ Es ist, als ob die Juden aufsolche Schlagworte dressirt werden. Wenn man Herrn Giskra und Consorten wegen der „Trinkgelder-Theorie“ zur Rede stellt,so werfen sie sich stets in die Brust und donnern: „Nieder mitden Jesuiten !“ Ebenso darf man nicht Juden als Gründer oderWucherer bezeichnen, keine Anklage, keine Ausstellung gegenJuden erheben, ohne dass ganz Israel emporfährt und über„mittelalterliche Vorurtheile“ schreit. — Mir aber schien derZusatz des Herrn Keil eine wesentliche Verbesserung, und sohabe ich denselben auch in die Buchausgabe übernommen.
Die Presse war klug genug, auf meine Artikel nicht zureagiren. Nur in wenigen Blättern wurden sie gelegentlicherwähnt. Ein kleiner Gründer wollte sich an Herrn Keil undmir durch einen Angriff rächen, aber säiumtliche Leipziger Zeitungen verweigerten die Aufnahme des Inserats. Nur einBerliner Localblatt, dessen Redacteur mit jenem Gründer be-freundet zu sein scheint, liess sich zu einem humoristisch seinsollenden Feuilleton gegen mich herbei. Ebenso brachte die inBreslau erscheinende „Schlesische Presse“, welche einem Con-sortium jüdischer Financiers gehört, folgenden „Sprechsaal“:
„An gut redigirten und anständig geschriebenen Wochen-schriften, welche der Unterhaltung und Belehrung der grossenMenge gewidmet sind, ist Deutschland nicht gerade reich zu
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