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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
Entstehung
Seite
XXVII
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Als im Sommer 1875 die officiöseProvinzial- Correspondenzder Berliner Börse ihre Sünden vorritt, traten für die Ange-klagte sofort dieliberalen Zeitungen in die Schranken; dazeigte es sich schlagend, dass fasst die gesammte Presse vonder Börsen- und Handelswelt abhängig ist. Auch die biedereVolkszeitung fehlte unter den Advocaten der Börse nicht.Zwar declamirt dasOrgan für Jedermann zuweilen gegendas Gründerthum, d. li. es macht allgemeine Redensarten; zwarwarf es bei Gründung der BambergersclienReichsbank derNationalzeitungschamlose Berechnungen vor, bezeich-nete es dieses Blatt alsganz und gar versunken imDienste der Jobberei und Geldmaclierei aber manbraucht solche Scharmützel nicht so tragisch zu nehmen.Nationalzeitung wieVolkszeitung werden in der Haupt-sache von Juden geschrieben; und Juden thun einander nichtUeberlast, wissen sich immer wieder zu vereinigen. Herr FranzDuncker , der Verleger desOrgans für Jedermann, ist zwarnicht selber Gründer, hat aber unter den Gründern einen sehrnahen Verwandten; und daher ist Vorsicht, sind Rücksichtengeboten!

DieNationalzeitung, die seit dem Tode des ehrenwerthenFriedrich Zabel, hauptsächlich von dem Dioskurenpaar Laskerund Bamberger geleitet wird, steht jetzt ganz und gar zuDiensten der Börse. Herr Bamberger, der parlamentarischeJongleur so nannte ihn dieVossisclie Zeitung treibthier ungenirt seine manchesterlichen Künste; wie ers dennneulich fertig brachte, sein eigenstes Werk, dieReichsbank,der Abwechselung halber, etwas anzugreifen. Herr Bamberger,der Gründer derDeutschen Bank, der Erfinder derReichs-bank, dem selbst dieVolkszeitungschamlose Berech-nungen vorwarf, und den verschiedene Blätter beschuldigen,er habe, als Mitbesitzer oder Hauptactionär eines* Nickelberg-werks, im Reichstag so eifrig für Einführung der Nickelmünzenplaidirt, die sich jetzt als sehr unpraktiseh erweisen HerrLudwig Bamberger war so unvorsichtig, auf der Tribüne desParlaments von Mitgliedern derRevolverpresse zu spre-chen, die in der Jahresversammlung des Vereins für Social-politik zu Eisenach erschienen wären und daselbst scliutzzöll-zrerische Anträge gestellt hätten. Als nun der betreffende Au-