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wol ein Geschrei, griffen die Gründung versteckt oderoffen an. So that z. B., gegenüber dem im vorigenCapitel erwähnten „artistischen Unternehmen“, eineeben entstandene Börsen-Zeitung. Sie enthüllte dieCourstreiberei mittelst der verschiedenen Consortien,welche die Actien nacheinander übernahmen, bis sieendlich 10 Procent über Pari (100) an die Börse kamen.Das war ein Wink für die Gründer. Sie holten dasVersäumte nach, und mm brachte dasselbe Börsenblatteine sehr günstige Besprechung, empfahl das „artistischeUnternehmen“ als durchaus solid und höchst rentabel.
Das blosse Inserat genügte nicht; die Gründungmusste auch im redactionellen Theil erwähnt, der„Prospect“ hier theilweise übernommen oder umschrie-ben werden. Kleinere Blätter besorgten das schon umdes Inserats willen; die grossem aber nur gegen be-sonderes Honorar, und dieses betrug in der Begel weitmehr als die Insertionsgebühr. Ohne Rücksicht aufdas Inserat wurde in den tonangebenden Börsenzeitun-gen manche Gründung erbarmungslos heruntergerissen;und erst hinterher, nachdem sie sich ihrer Schuldig-keit bewusst geworden, zu Gnaden angenommen. Sohatte, um Ein Beispiel für hundert anzuführen, einsehr bekanntes Börsenblatt zunächst Berliner Weiss-