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Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin : gesammelte und stark vermehrte Artikel der "Gartenlaube" / von Otto Glagau
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kommen Abrahams ausserordentlich*); und wenn manihren 1800jährigen Schmerz stillen, und sie heute indas Land zurückführen wollte, darinnen Milch undHonig fliesst sie würden sich schönstens bedanken! **)

*) Die Ehen der Juden zeichnen sich durch starke Frucht-barkeit aus; wogegen todtgeborene Kinder bei ihnen verhält-nissnhissig weit seltener sind als bei den anderen Confessionen.Ebenso ist die Sterblichkeit unter den Juden, bei Kindern wiebei Erwachsenen, eine viel geringere, und sie erreichen durch-schnittlich ein weit höheres, und überhaupt das höchste Alter.Vgl.Berliner Städtisches Jahrbuch, 1875, S. 12 ff. undS. 139 ff.

**) Die Juden brauchen nicht mehr nach Asien zu wandern; sie haben ihr Kanaan schon in Europa gefunden, und diesesKanaan ist Deutschland und speciell Preussen.Wo ist hierdie «Jerusalemer Strasse»? fragte in Berlin ein fremder Judeeinen hiesigen. ,,,,Wo ist sie hier nicht?! antwortete grin-send der Andere. In der That ist Berlin für die JudenNeu-Jerusalem geworden, das sie gegenwärtig mit keinem Ortder Welt vertauschen möchten. Auch nicht mehr mit Wien ,wo sie schon weit früher die Herrschaft führten, und wo siefreilich noch immer herrschen. Bis zum Jahre 1866 besassendie Juden in Berlin nur Eine Synagoge jetzt sind es schonvier. Kürzlich istunter des Allmächtigen Beistand dievierte, vor dem Potsdamer Thor, in der vornehmsten Stadt-gegend errichtet. Aussserdem bestehen zwei kleine Synagogenfür die Reformjudeu und für Adass Israel; und an denhohenjüdischen Festtagen wird, weil die Tempel nicht zureichen,wol noch an fünfzehn weitern OrtenGottesdienst mit Predigtgehalten. Anden hohen jüdischen Festtagen ist die Börsestill und leer, sind in vielen Strassen sämmtliche Läden ge-schlossen. Viele Zweige des Handels befinden sich fast aus-schliesslich in jüdischen Händen. Die reichsten Leute in