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am Schwarzen Brett, dass die grossen Festsäle, diegrossen Restaurants in der obern Etage und das Hotelvon 60 Zimmern in der Behrenstrasse noch immer zuvermiethen sind. Auch der Restaurant im Erdgeschosshat erst im letzten Sommer einen ständigen Pächtergefunden; bis dahin war er einem Kellner überlassen,der das Wagniss jedesmal nur auf vier Wochen über-nahm. Die grossen kostbaren Räume in den obernStockwerken stehen sämmtlich leer, und des Nachtsgehen hier die gemordeten Actionäre um und ringenwimmernd die Hände.
In Bezug auf Umfang und Verhältnisse, Stil undAusführung bietet die „Passage“ nichts Besonderes,kann sie sich nicht entfernt mit der schönen gross-artigen Galeria Vittorio Emanuele in Mailand messen.Ja, die ganze Anlage ist, genauer besehen, verfehlt;die Räume sind höchst unpraktisch verwerthet.
Der Leser irrt, wenn er „Passage“ etwa für dasNon plus ultra einer Gründung hält. „Passage“ istallerdings böse, aber noch weit böser ist der zweiJahre später geborne Actienbau-Verein Unter denLinden; und beide Kinder haben zum Vater denselbenHerrn Paul Munk. „Lindenbauverein“ wurde an derBörse wie im Publikum ein „geflügeltes Wort“,