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tals durch. Eine Bahn, die in „General-Entreprise“gegeben wird, kostet den Actionären gewöhnlich nocheinmal so viel als eine^solche, die „in Begie“ gebautwird; und ihre Ausführung ist weit unsolider. DerGeneral-Unternehmer sucht bei den Materialien wie beiden Arbeiten nach Möglichkeit zu sparen; und da erseine Agenten, Lieferanten, Handwerker etc., wenig-stens zum Theil, auch mit Actien bezahlt, stellen diesedie höchsten Preise und leisten dafür das Allernoth-dürftigste.
Die „General-Entreprise“, wie man sieht, ein eben-so unreelles' wie unmoralisches Verfahren, wurde vonStrousberg erfunden; oder eigentlich, da sie in Eng-land und Frankreich schon früher bestand, von ihmnach Deutschland verpflanzt. Strousberg war langeJahre der Günstling des Preussischen Handelsministers,des arglosen Grafen Itzenplitz. Als dieser aber daswahre Wesen der „General-Entreprise“ endlich errieth,wurde der „Eisenbahnkönig“ ihm unangenehm; und esist nun fast komisch zu sehen, wie der Minister beispätemEisenbahn-Concessionen sich den grossen „Doctor“ausdrücklich verbittet; wie aber trotzdem auch dannnoch hinterher fast immer wieder Strousberg oder dochdie „General-Entreprise“ zum Vorschein kommen.