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I. DIE FÜNF ALTEN' KOLONIALBANKEN.
2. Kapitel.
DIE ÄUSSERE ENTWICKELUNG DER KOLONIALBANKEN.
Die 3 Banken der Zuckerkolonien öffneten ihre Schalter1853, die Banken von Guyane und Senegal erst 1855. Diese ver-spätete Errichtung hatte in Guyane üble Folgen. Während dieBanken der Antillen und die Bank von Reunion noch rechtzeitiggenug errichtet wurden, um den Mut der fast verzweifeltenPflanzer neu zu beleben, kam die Gründung der Bank vonGuyane eigentlich schon zu spät. Die einst blühende Landwirt-schaft Guyanes war bereits vernichtet; die in ihr beschäftigtenPflanzer hatten sich einer anderen Beschäftigung, dem Goldsuchen,zugewandt. 1 ) Erst in neuster Zeit macht sich ein Umschwungbemerkbar. Jedenfalls führt der Bericht der Überwachungskom-mission über das Geschäftsjahr 1898/99 zum ersten Male dieWarenlombarddarlehen als selbständigen Posten auf (bislangwaren sie mit den Aktiendarlehen zusammen angegeben worden).Die Warenlombarddarlehen der Bank von Guyane betrugen:
Es ist demnach eine ganz bedeutende Zunahme dieserAgrarkreditgeschäfte zu verzeichnen.
Nach diesem Exkurse zurück zu den ersten Entwicklungs-jahren der Kolonialbanken. Da ihr Kapital durch Apports vonRentenbriefen und nicht durch Bareinzahlungen gebildet war,fehlte ihnen gleich zu Anfang der zur Geschäftstätigkeit be-nötigte Metallgeldvorrat. Sie mußten ihn sich erst verschaffendurch Verpfändung eines Teils ihrer Rentenbriefe an die Bankvon Frankreich sowie an die Caisse de depöts et consignationszu Paris , die den Kolonialbanken dafür einen mit 4% zu ver-zinsenden Kontokorrentkredit eröffneten. Das Bedürfnis nachfranzösischen Münzen wurde sehr stark, als 1855 in den Antillen
1898/991902/031903/041904/05
16 742 fr.,75131 „160 820 „137 300 „
') Leveille. 2. pari. Bericht 1898.