1. VERGLEICH JIIT ANDEREN BANKEN.
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guten Jahren sich die Mittel zu verschaffen, um den magerenGewinn schlechter Jahre zu vermehren und dadurch die Divi-denden guter und schlechter Jahre auszugleichen.
Der stark wechselnde Metallbestand machte den Kolonial-banken ständige Sorge. Er war teilweise nur die Folge eines sehrungleichmäßigen Geldbedarfs der Kolonie, wie er allen Agrarländerneigen ist; zum Teil wurde er hervorgerufen durch die oft ab-normen Geldverhältnisse, die wir besonders in den Zuckerkolonieukennen lernten. Überall bildete aber der Wechselkurs eineBedrohung des Metallbestandes der Bank und zugleich eineUrsache starker Kursverluste.
5. Verluste erwuchsen den Kolonialbanken besonders dann,wenn sie in einem Konflikte zwischen ihren eigenen Interessenund denen der Kolonie letzteren folgten. Eine gewöhnlicheBank darf und wird unter gegebenen Umständen die Bedürf-nisse des Verkehrs und Handels ihren eigenen Interessen undvor allem ihrer eigenen Sicherheit unterordnen. Nicht so eineKolonialbank, die dem Handel seine Wechsel diskontieren unddem Pflanzer die benötigten Vorschüsse liefern soll. DieKolonialbank muß zu diesem Zwecke die Bücksicht auf dieEinlösbarkeit ihrer Noten vereinigen mit den Bedürfnissen derkolonialen Volkswirtschaft. Daß hieraus, besonders bei abnormenGeldverhältnissen, den Kolonialbanken fortwährend schwere Ge-fahren drohen, liegt auf der Hand.
6. Auch die Beteiligung der Kolonialbanken an Emissionenund an finanziellen, kommerziellen oder industriellen Unter-nehmungen verrät ihren spekulativen Charakter, desgleichen ihrHandel mit Silber. 1 )
Obgleich das Gesagte genügt, um den Spekulationscharakterder Kolonialbanken zu erweisen, so sei noch darauf hingewiesen,daß gerade das große Bisiko des kolonialen Kredits das privateKapital von einer Kolonialbankunternehmung abgeschreckt hat,so daß der französische Staat die Gründung von Kolonialbankenin die Hand nehmen mußte. Wo Private sich dennoch zurselbständigen Gründung einer Kolonialbank entschlossen, Avie
>) Vergl. oben S. 56.