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Die Schicksale des lateinischen Münzbundes : ein Beitrag zur Währungspolitik / von Ludwig Bamberger
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hätten, um Frankreich, und der Schweiz den Uebergang zuerleichtern.

Der Begründung dieses Anspruchs geht bezeichnenderWeise in Cernuschi's Abhandlung ein Kapitel voraus, in-welchem nachgewiesen ist, dafs Italien die ganze Verlegen-heit hätte umgehen können, wenn es seine Anleihe von644 Millionen statt in London in Paris abgeschlossen undnicht auf der unseligen Bedingung der starken Goldzahlungbestanden hätte. Man würde ihm dann den Betrag inseinen eigenen Silberstücken abgezahlt haben.Wir wissenganz bestimmt, dai's das Haus Rothschild der italienischenRegierung diesen Stand der Dinge zur Kenntnifs brachte.Vergebliche Bemühungen!" So heilst es wörtlich an einerStelle dieses Capitels. Sucht man in den folgenden und auchin den in beiden Nachträgen beigebrachten Ausfuhrungennach einem logischen und sachlichen Beweis für den erhobenenAnspruch, so findet man schon räumlich äufserst wenig unddas Wenige läfst sich in ein paar Worte fassen. Die ganzeDeduction läuft darauf hinaus, dafs die vollwerthigen Silber-münzen sammt und sonders durch den Preisfäll des Silberszu Scheinmünzen geworden seien (assignats metallicpies), dafssie mithin auf eine Linie mit der Scheidemünze zu setzen undganz so zu behandeln seien, wie nach dem Abkommen vomNovember 1878 die italienische Silberscheidemünze, wobeijedoch von der Falschheit der Analogie abgesehen un-beachtet bleibt, dafs nach jenem, schon zur Zeit der Silber-entwerthung abgeschlossenen Vertrag die Scheidemünze inSilber und nicht ausschliefslich in Gold eingelöst werdenkonnte.

Viel breiter und natürlich mit grofser Emphase wird da-neben ausgeführt, welche Wohlthat Frankreich den Italienernerwiesen habe, indem es ihnen gestattete, ihr Silber, anfänglichkleines und grofses, später nur das grofse nach Frankreich zuwerfen, also Schulden damit zu zahlen oder Waaren damit zukaufen, Aväkrend sie sich im Inland des Papiergeldes bedienten,welches nichts kostete. Darauf wird die Berechnung basirt,