damals bis Chirurgen genannt wurden, Namens Moritz Stromayr ge-hört hatten. Dahin verlegte Sturm Druckerei und Verlag der „Augs-purger Ordinari Post-Zeitung" — bisher war die Druckerei auf deinRain 6 207 (Mb. S. l9) und der Laden „auf der Bnarfüsser-Brucken"gewesen — und sie verblieb in dem Schneidhaus über hundert Jahre.
Nach Sturms Tod übernahm das Blatt und „verlegts Maria AnnaTheresia Sturms Buchdruckers seel. Wittib" und nach dieser (1740) ihrbisheriger Faktor, B e r n h a r d u s H o m o d e u s M a y e r, der ausihm eine Tageszeitung machte, so zwar, dasz er es Dienstags als Augs-purzische Extra-Zeitung und Mittwochs, später Donnerstags zuerstals Europäisches (siehe Abbildung Seite 11), später AugspurgischesExtra-Blätl erscheinen lieh. Nach Mayers Ableben gab seine Witwedas Blatt heraus und nach ihrem Hingang im September 1760 wirdes verlegt von ihren Erben und „gedruckt bei Joseph Anton Moy „ ,der am 20. Mai 1762 Besitzer des „Echneidhauses" wird und vomJanuar 1766 ab auch als Ver-
Ein Umschwung im Zeitungswesen schien erst eintreten zu wol-len, als Görres von Ende Januar 1814 ab in Koblenz seinen„ Rheini s chen Mer k u r " erscheinen lieh, in dem die jeweiligenVorkommnisse und Verhältnisse — zunächst allerdings nur auf poli-tischem und nationalem Gebiete — einer regelmähigen kritischen Be-trachtung und Würdigung unterzogen wurden. Die begeisterte, anpackenden Bildern reiche Sprache, in welcher der Merkur zum hei-ligen Befreiungskämpfe gegen des Korsen Gewaltherrschaft die deut-schen Stämme aufrief, fand allenthalben lebhaften Widerhall. Auch inder Postzeitung begegnen wir Spuren hievon. Doch hören wir dar-über Görres selbst, der in einem „Die teutschen Zeitungen" betiteltenAufsätze seines „Rheinischen Merkur" folgendes von ihr sagte: „DieAugsburger Ordinari-Post-Zeitung, die ganz in ihrem altväterlichenGewände fortdauert, als habe sich seit ihrer Geburt vor vielen Jahrenauf Erden nichts verändert, hat in letzter Zeit angefangen, einzelne
Aufsätze aus unsern Blättern auf-
Bach vcm
beygelegten
Stril.
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Unter Siezund Glücks-Btqlorcn,
leger der Postzeitung zeichnet.
Dieser Joseph Anton Mop ist am21. Juli 1813 gestorben, woraussein gleichnamiger Sohn die Zei-tung bis 1840 weiterführte.
Fast 75 Fahre war die „Augs-burger Postzeitung" im Besitze derFamilie Mop und sie hat imLaufe dieser Periode — meistkurzweg Moysche Zeitung ge-nannt — eine grohe Verbreitungund Popularität errungen. Vonletzterer gibt Zeugnis ihre Erwäh-nung in Aurbachers Geschichte der„Sieben Schwaben", in der esheiht: „Indem ging soeben derAugsburger Bot vorbei, der dieMoysche Ordinari - Postzeitungdurch das Reich trug. Wie dender Blitzschwab sah, sagte er:
.Mit dem geh ich und ich lah michnicht halten und ich will und muhfort/ Da rief der Spiegelschwabden Boten an: ,He, Landsmann!'
Der Bot: ,He!' Der Spiegel-schwab: .Kennst du das Kätherleaus der Grafschaft Schwabeck ...'
Der Blitzschwab drückte dem Bo-ten einen Aldus in die Hand unddieser versprach gute Ausrich-tung."
Bis weit in die Aera Mophinein war die „Augsburger Post-zeitung", wie alle übrigen deut-schen Blätter jener Zeit, lediglich— um einen treffenden Ausdruckdes grohen Reformators derPresse, Joseph Görres , zu gebrau-chen — „der magere geist- und
kraftlose Index dessen, was geschehen". Von einer selbständigenkritischen Stellungnahme zu der grohen geistigen Bewegung der Zeit,ihrem Charakter und ihren Konsequenzen findet sich noch keine Spur,ebensowenig von einer apologetischen Vertretung der katholischenWeltanschauung. Kein Wunder! War doch in dem von König MaxJoseph im Jahre 1806 dem älteren Mop verliehenen und von MinisterMontgelas gegengezeichneten Privilegium, dessen Original in unseremBesitze ist, ausdrücklich betont, dah Mop „gewissenhafter Befolgungder Verordnungen über die Preßvergehen und insbesondere über poli-tische Zeitschriften stetshin sich befleißen wolle". Wie leicht aberkonnte in einer Zeit, in der die Aufklärungsmanie der Illuminaten unter eines allmächtigen Ministers Protektion Orgien feierte, bei derStrenge der bestehenden Zensur aus einem kirchenpolitischen Rai-sonnement eine Uebertretung der Verordnungen konstruiert werden!Und Montgelas hatte dafür gesorgt, „dah die Polizeibehörden nachWillkür die erschienenen Schriften beschlagnahmen und verbieten unddie Gerichte die durch die Presse begangenen Vergehen und Verbrechenbestrafen konnten". Auch war noch allzu lebhaft in Erinnerung dierigorose Behandlung des treukatholischen Volkes, als es, empört überdie schmachvolle Säkularisation der Klöster, mit denen es seit tausendJahren aufs engste verwachsen war. für sie Partei ergriffen hatte.
(Vvm. rsr.)
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S«yk uns t»picgnugteaStand.
Äugspurgtsche Ordinari Post Zeitung. «
Welche deß MonragS/ Donnerstags / Frcytqgs und Samstags
10 haben seyn
Bey Andrea» Mafthendäuer / Gradl Buchdruckern.
Wten / vomr. Aunii.MjErgairgener,Samstag hat der bey«WoemalllnesigenKayserl. Hof Ich.Ma»csiät der Königin von Grov-Bn-kannten, beßlidiicheGrsandtr, u»d;urBeylegung deren Ungarischen U»ru-hen , GevoLmächngre , Herr vonStepney, rc. von hier nach Ungarn sc -ne Reyß angrrrekten, um denen Ra-roczischeu Häuptern / wegen deß vor-habenden Friedens - Werkt Ortn-undemdcrs, insonderheit auch abgedacht«ivider Frauckr eich erhalten« groffeVi-Ltorien / vorzustellen, und selbige derKayser-und Kömglichen Gnad« / »o-
Momag.
Line Vorgängerin der Kugsöurger Köenöreitung nein 14- Juni 1706.
zunehmen; wir muntern sie auf.dies noch öfter zu thun".
Leider sollte es der Poslzei-tung nicht lange möglich bleiben,diesem wohlgemeinten Rate Folgezu leisten. Denn schon im Juli1814 wurde der „Rheinische Mer-kur" in Bapern verboten und an-derthalb Jahre später, zu Beginndes Januar 1816, wurde ihm vonder preußischen Regierung dasLebenslicht ganz ausgeblasen.
Die Morgenröte der Groh-machtstellung der Presse inDeutschland , die so verheißungs-voll aufgeleuchtet, war wiederentschwunden und damit auch dieAussicht, dah auf kirchenpoli-tischem und religiösem Gebietedurch eine offene Aussprache überdie unhaltbaren Zustände allmäh-lich ein Wandel angebahnt werde.Und wie dringend notwendigwäre das doch gewesen! Mit derSäkularisation war ja auch diekirchliche Organisation zerstörtworden. Das ganze Kirchen- undSchulwesen wurde der modernenStaatsomnipotenz unterworfen;selbst die Erziehung der Priester-amtskandidaten in den Semina-rien wurde unter landesherrlicheOberaufsicht gestellt. Ja sogar insHeiligtum der Kirchen drang dieBureaukratie ein und überwiesden Gottesdienst bis auf die Zahlder dabei brennenden Kerzenpolizeilicher Ueberwachung. So-gar das religiöse Leben des Vol-kes wurde polizeilich reglementiert: zahlreiche religiöse Gebräuchewurden verboten, Bruderschaften aufgehoben. Prozessionen und Bitt-gänge abgeschafft und Personen, die ohne Genehmigung des „Kirchen-Adininistrationsrates" eine Wallfahrt machten, mit empfindlichenStrafen belegt. Das geistliche Amt wurde ganz von bureaukratischerWillkür abhängig gemacht und der religiöse Indifferentismus geradezusystematisch gezüchtet und großgezogen. Kurz, „die Kirche wurde nichtbloß der äußeren Güter beraubt, sie wurde auch", wie Görres späterim Athanasius klagte, „gebunden, mediatisiert und säkularisiert; dieQuellwasser, die sie sonst so lebendig umrauscht, schlichen still in den ver-seichteten Betten und drohten gänzlich zu versiegen; der Weinberg, zurStaatsdomäne erklärt, fing an zu wildern". Ums Jahr 1814 waren vonehedem 19 Erzbistümern und Bistümern nurmehr noch 4 Bischöfe übrig.
Diese heil- und haltlosen Verhältnisse drängten zur Umkehr.Sie wurde aber erst in den Bereich der Möglichkeit gerückt durch dieEntlassung des unumschränkten Universalministers Montgelas . dieam 2. Februar 1817 ganz unerwartet erfolgte. Noch das gleiche Jahrbrachte Bayern das Konkordat und das nächste Jahr eine neue kon-stitutionelle Staatsverfassung.
Mit dem ersten Jahre der neuen Staatsverfassung Bayerns ,1819, trat auch in der Postzeitung, die immer noch den altehrwürdigen,
fernste auch durch die so'off: guUichanerboirene, aber von ben«zn>lbcn un-ter allerhand Außslnchi« und Ävr-«and bißhero verzögert« Tractatenizum vorigen Gehorsam begeben wer-'den / »ochmahlen versichern.
Denrs. dlses hai ein Courrke«Bradanddie Aeiruim von cineitbluti-gen Ackkvn üixrbrachk i so de» rz- A-bendsvonr.brßumyasbq. Uhren ge»schehen/und zu unserm höchsten Nach-theil aufgefallen / weil der FnndvallFetverhaiken. Wir haben über^ov-Todte bekomme». Von iroo. Gar-^
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