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Die Augsburger Postzeitung und Neue Augsburger Zeitung im neuen Heim
Entstehung
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Nachrichten über Vergantungen, Auswanderungen und ähnlichen trostlosenMitteilungen deswegen nicht i h r Journal ausgeben, und es mit einem anderenvertauschen werden, das vielleicht ihre nationalen und religiösen Gefühleverletzte".

Und Nr. Huttler täuschte sich nicht. Alle behördlichen Schikanenvermachten es nicht, das Ansehen der Pvstzeituug zu untergraben. Da-gegen blieb der Erfolg der gemachten Propaganda hinter den Erwartun-gen zurück und so sing Nr. Huttler 1859 wiederum an, da und dort anzu-klopfen. Und dies nicht ohne Erfolg. So haben ihm auf seine unterm4. März gestellte Bitte Kaiser Ferdinand und Kaiserin Maria Annaam 20. April aus Prag für deu Fortbestand der Postzeitung Ein fürAllemal einen Gesamtbeitrag von Eintausend Gulden" überweisenlassen und auch Kardiual vonGeissel, den er unterm 8. Sep-tember 1859 anging, hat ihm,wie nach Pfülfs aus einer Reihevon Briefen aus den Jahren1859 und 1860 hervorgeht, nichtnur freundliche Aufmunterung,sondern auch tätige Hilfe zuteilwerden lassen.

Dieses Entgegenkommen wares denn auch wohl, das in Or.

Huttler uach dem Untergänge derFrankfurter ZeitungDeutsch-land " den Gedanken reifen lieh,durch eiue Sonderausgabe derPostzeitung für die KatholikenDeutschlands ein möglichst allge-meines Organ von größerer Be-deutung zu schaffen. DieAugs-burger Postzeitung" war dazu-mal neben derAugsburger All-gemeinen Zeitung" die einzigeZeitung, welche in ihrer Ein-richtung den Borteil hatte, daßsie neben einem vollständigenpolitischen Tagesbericht undaußer ihren Leitartikeln in ih-ren Beilagen auch noch Raumbot, Revue zu halten über dieGebiete der Religion, Wissen-schaft, Kunst, Literatur und dersozialen Verhältnisse. Sie be-stand also gewissermaßen auszwei ineinander verwobenenTeilen und von diesen sagtesich Or. Huttler kaun der er-stere, der politische Tagesbericht,mit Ausnahme der Original-korrespondenzen, nur innerhalbeines gewissen Eisenbahn- undTelegraphen - Rayons vollkom-men befriedigen. Anders da-gegen verhält es sich mitOriginal-Korrespondenzen, mitpolitischen Leitartikeln, mit Ar-tikeln über Wissenschaft, Lite-ratur, Kunst usw. Diese könnenebenmäßig ihr Interesse imganzen deutschen Pnterlandehaben. Und da gerade dieserTeil derAugsburger Postzeitung" sich allenthalben der gün-stigsten Wertschätzung zu erfreuen hatte, so entschloß er sichauch, den verlockenden Gedanken nach dem Vorbild und Vorgang derbeiden großen katholischen Zeitungen Frankreichs Univorg" undH.iui äo la roliZion", die eilte sogenannte oäitiou 86mi-guotiäi6un6hatten, in die Tat umzusetzen. Zur Einführung des Blattes scheint erwiederum die Mitwirkung des Episkopates in Anspruch genommen zuhaben, wenigstens sandte er unterm 24. bzw. 27. November 1859 miteiner Empfehlung des Bischofs Pankratius, der ein warmer Freundund tatkräftiger Förderer der katholischen Presse war, 1000 Exemplareseines Prospektes an den Kardinal von Köln mit der Bitte, dieselbenin der Erzdiözese zu verbreiten. Der Kardinal kam dieser Bitte (nachPsülfs) auch bereitwilligst nach.

Das Blatt, das mit Beginn des Jahres 1860 ins Leben trat undjeden andern Tag. also dreimal in der Woche und zwar am Montag,

^ Mittwoch und Freitag, erschien, erhielt den NamenDeutschland ",

/ iveil ihr aus lauter Originalarbeiten politischer, literarischer und ästhe-i tischer Natur bestehender Inhalt alsdie geistigen Kräfte des ganzen1 katholischen Deutschland centrierend" gedacht war. Doch now.eu et( omen. Wie die in Frankfurt untergegangeue Namensschwester, hatte^ auch sie nur kurze Zeit Bestand. Der Traum eines katholischen Zen-? tralorgans für Deutschland war ausgeträumt.Es hatte sich das? Bedürfnis nach mehreren größeren, mehr nach Ländern abgegrenzten) katholischen Organen von selbst Geltung verschafft." Und so war mit? dem 1. April 1860 denn auch in Köln wieder eine katholische Zeitung) ins Leben gerufen worden, Joseph BachemsKölnische Blät-ter", aus denen sich im Laufeder Zeit dieKölnische Volks-zeilung" entwickelt hat.

Die Redaktion derDeutsch-land" war natürlich die gleichegewesen wie die der Postzeitung:IR. Huttler in Gemeinschaft mitAugustin Birl e. Letzterer warebenfalls Geistlicher. Sein Ein-tritt in die Redaktion der Post-zeitung erfolgte 1859, und bis1873 widmete er dem Blattevon 1864 ab als Chefredakteur seine volle Kraft und sein rei-ches Wissen. Daneben gab er sichder mühevollen Aufgabe hin,katholisches Vereinsleben zu be-gründen und zu fördern undentfaltete bei Wahlen eine reicheorganisatorische Tätigkeit. Alser infolge fortgesetzter Ueberan-strengung leidend wurde, fander in Adolf Haas, der vonHaus aus Jurist war und 1871in die Redaktion eintrat, tat-kräftige Unterstützung. Haaszeichnete voin 1. April 1871 abneben Birle, voin 27. November1873 bis 31. Dezember 1882 al-lein als verantwortlicher Redak-teur. Vom 1. Januar 1883 bis15. Iauuar 1884 war für die Re-daktion verantwortlich LudwigSchöuchen, ein Sohn desfrüheren PostzeitungsredakteursSchönchen. Vom 16. Januar1884 zeichnete Ludwig Schönchenals Chefredakteur und als ver-antwortlicherRedakteurAlphonsPlaner, der nach SchönchensAustritt (2. Februar 1885) biszu seinem Weggang 23. Sept.1893 allein zeichnete. In derFolge wirkten an der Post-zeitung als Chefredakteure vom4. Okt. 1893 bis 31. März 1896Philipp Frick, vom 1. April1896 bis 26. März 1898 Dr.Theodor Müller, vom 27.März 1898 bis 31. Dez. 1900Franz Riepenhausen und vom 1. Januar 1901 bis 1. April 1911Jakob Seiwert, dem am 7. April 1911 der jetzige ChefredakteurAugust Menth gefolgt ist.

tlr. Huttler ist am 1. Dezember 1887 gestorben. Er hatte an derPostzeitung nicht mehr viel Freude erlebt. Denn während sie Ende 1870einen verhältnismäßig hohen Abonnentenstand erreicht hatte, ist sievon 1871 bis 1882, wohl hauptsächlich infolge der damaligen Wirren inder patriotischen Partei, fortgesetzt zurückgegangen. Und wenn sie auchvon 1882 ab wieder eine mit jedem Jahr stärker werdende Auswärts-bewegung zu verzeichnen hatte, so hatte sie doch bei Huttlers Tod denStand von 1870 noch nicht wieder erreicht. Erst 1890/91 setzte ein kräf-tiges Wachstum ein, das in der Folge nicht nur anhielt, sondern sichmehr und mehr steigerte, dank der kolossalen Opfer, welche Or. Hutt-iers Besitznachfolger, Haas und Grabherr, für die Ausgestaltungdes Blattes Jahr für Jahr in uneigennützigster Weise gebracht haben.

Num.: r.. Momag, den 2. Jan. Anno. 1769.

Ailgjpurgtsche Ordmart Postzeitung/

von Staars - politischen und andern Neuigkeiten.

Mii Ihro Äämis. ^rysert. Maseftäc aUergnädlgstem

Weilest und gedruckt von Joseph Anton Mop , wohnhaft auf dem obernGraden, in Dem ssgrncmnten Schund - Ha-.is.

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litz, Donner , Hagel, Smrni Empörung,Ariegs - Gescchr

Ecschrvklen Mensch und noch in dem allen Jahr;

Wir aber sind gottlob s damit verschon: geblieben:

Der cyErr hal andrer Nbth von unö hinweg getrieben.

Wir sahen leimn Aeino vor unsern Mauren srehn;

Die Donner-Wetter' ließ Gvtt daid voriger gchn.

Und nur ein einziger Strahl hat hier ein Haus verletzet.

Der aber solches vncht in Fern und Brand gescher.

/sk/tmile der Ullgsöurger Po/1-eitunq Itr. 1 vom 2. Januar 1769 (Originolgröhe).