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1/2 (1834)
Entstehung
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54
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54 Erstes Buch. Erster Abschnitt.

ter, je nach der Materie, aus welcher sie bestanden, entwedernach Art der Fächer oder der spanischen Wände und hießsolche Bücher ?Iio»tile« oder Faltcnbücher. Da indessensowohl die Papier - als Pergamentschristen an den scharfenEcken der Falten bald Brüche und Risse bekamen, so wurdensie ihrer ganzen Breite nach über Stäbe aufgerollt uud hießendann Rollschriften oder Volumina. Mau trennte zudiesem Ende mehrere Bogen Pergament oder Papier der Längenach einander, welches das Geschäft der lZIuli »»toi-oswar, und bevestigte au ciuem Ende der Rolle oder auch anbeiden einen cylinderformigen Stab, Vmliilious genannt, vonHolz, Knochen oder Elfenbein, dessen an beiden Seiten her-vorragenden Ende (Oorlius) mit gedrechselten nnd bemaltenKnöpfchen, oft aber auch mit Gold, Silber uud Edelsteinengeziert waren. Ueber diese Stäbchen wurde das Manuskriptaufgerollt, und mit eiuem Bande, welches die Rolle zusam-menhielt, umwunden. Schon zn Aristoteles Zeiten wur-den, um deu Bücherrollen ein besseres Ansehen zn geben,die beiden Seiten derselben, die man trautes nannte, beschnit-ten i), hierauf mit Bimsstein abgerieben und geglättet, welchesdie p umio-ttvi es oder Polirer zu besorgen hatten, nndendlich bemalt. Auf die Außenseite der Rolle pflegte mau einenPergameiRstreifen zn leimen, welcher den Titel des Bnchsund den Namen seines Verfassers enthielt, und der In6ex ge-nannt wurde. Der Titel des Werkes stand auch auf demersten Blatte dn> Rolle, welche Tspiro/o^.civ, so wie das letzteBlatt, worauf das Ende des Bnchcs durch einen Kranz an-gedeutet war, e<7^«rn hieß. Die Papyrnsrollen so-wohl, als die Pergamentrollcn, waren nur auf einer Seitebeschrieben; die Rückseite wurde, außer bei Schriften, die zumPrivatgcbrauche dienten, stets leergelassen 2). Die Rollen gegendas Verderben zn schützen, brauchte man Cedernöl; auch wer-

1.) ^luretu«, a<I piinium Launen LiltuII.

2 ) ^uvenal. snK I. ?Iinü Mn. Ii. II. vplst. ack IVIaer.