136 Erstes Buch. Fünfter Abschnitt.
sitzen ein oder mehrere, auf solche Art gedruckte Bücher, welchedie Jesuiten aus Indien nach Europa gebracht haben. DieVollkommenheit derselben lM Mehrere veranlaßt, die Erfin-dung der Bnchdruckerkunst diese» Völkern zuzuschreiben; alleinsolche Taftldrncke sind noch kein Buch zu nennen; und zuder Zeit, wo Gutenbcrg auf die große Idee verfiel, Bücherzu drucken, herrschte iu Europa noch eine große geistige Fin-sterniß, und war ihm noch kein chinesisches Blich zu Gesichtgekommen. Auch bedürfte er zu seiner Erfindung keines sol-chen Musters; er hatte schönere in seiner Nähe. — Mehrals znm Druck der Schriften bedienen sich die IndianischenVölker seit undenklichen Zeiten des Tafeldruckes zu ihren ge-färbten Stoffen und Papieren. Ihre gedruckten Zeuge vonSeide und Baumwolle :c., sind bewunderungswürdig und voneiner Vollkommenheit, die noch von keinem anderen Volkeerreicht wurde.
§, 52.
Der Holztascldruck war in Europa lauge vor der Erfin-dung der Buchdruckerkunst bekannt, ohne daß irgend ein anthcn-tisches Dokument uns über die Epoche und Veranlassung, nochnber das Land, den >Ort und Namen seines erstell Erfinderseine historische Gewißheit verschafft. Breitkopf, Deni s '^)u. A. sind geneigt, den Ursprung des Holztafcldrucks von demGebrauche der Spielkarten abzuleiten; allein man ist jetzt vondieser Meinung zurückgekommen und darüber einverstanden,daß die Fabrikation der Karten der Erfindung der Holzschnei-dekunst gcfolgt, und daß beide den Deutschen angehören, daEinige die Erfindung der letzteren den Niederländern zuschrei-ben wollten. 3)
„Die Hauptvcranlassung zu solchen Holzschnittdrucken,"sagt Schaab," mögen wohl die Gnadenbildcr der Orte ge-
Z.) Breitkopf a. a. O. Zr Thl.2.) Denis a. a. O. Zr Thl. S. 95 ff.
ü.) Heller, Geschichte d. Holzschneidekunst. Bamberg IS23.1.299.