270 Zweites Buch. Siebenter Abschnitt.
> Offizin die Buchdrnckcrknnst erlernt hatte, studirte er mebrcrcJahre Mathematik und Mechanik und begab Hch 1809 nachLondon , um dort die Idee einer verbesserten Buchdruckerpresse,die ihn schon während seiner Lehrjahre beschäftigt hatte, inAusführung zu bringe». Er verband sich zu diesem Endemit einem anderen Deutschen , dem mathemathischen Jnstru-mcntenmachcr Bauer aus Stuttgart , und beide brachten eineDruckmaschine zu Stande, auf welcher am 29. Novcmbrr1814 zuerst die ^ime-? gedruckt wurden. Nach Erbauungmehrerer ähnlicher Maschinen in England begaben sie sich nachDeutschland zurück'und errichteten in dem von der Baier'schenRegierung erkauften ehemaligen Kloster Oberzell bei Würz-burg eine mechanische Werkstättc, eine Eisengießerei zc. undbegannen den Bau von vier großen Drnckmaschinen, wovonsich zwei in der Haude- und Spener'schen jetzt Spiker-schen Zcittingsdruckerei und zwei in der D c ck er'schcn Hof-buchdruckerei in Berlin befinden. Zwei andere verfertigten siefür Herrn von Cotta znm Druck der Taschenausgaben vonSchiller, Göthc, Herder und der Allgemeinen Zei-tung in Augsburg . Alle diese Pressen werden durchDampfmaschinen iu Bewegung gesetzt, und sind dahervorzüglich nur in großcu Druckereien von entschiedenem Vor-theile. Mau hat sie indessen durch verschiedene Verbesserungenauch für kleinere Etablissements anwendbar gemacht, indemmau statt der Dampfmaschine ein einfaches Schwungrad an-brachte, durch welches zwei Männer ohne besondere Anstrcuguugdie Druckmaschine in Bewegung setzen. Diese vereinfachtenMaschinen finden fortwährend sehr großen Beifall, so daß be-reits mehrere derselben nach Hamburg, Kopenhagen, Berlin ,Leipzig, Frankfurt, Coblcnz und selbst nach Paris geliefertwurden. Die Herren König und Bauer verfertigten haupt-sachlich drei Arten von Druckmaschinen und zwar 1) dievollständige Maschine, die nur durch eine Dampfmaschinein Bewegung gesetzt werden kann, den Bogen auf beiden Sei-ten druckt, nnd in einer Stunde 900 bis t000 Bogen liefert,