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Drittes Kapitel. Der Geldverkehr mit dem Auslände,
stets von dem auswärtigen unterscheiden. Beim inneren Agiohandelt es sich um verschiedene Geldarten desselben Staates: dieakzessorischen Arten können ein solches Agio haben, die valuta-rische Art kann es nicht. Beim auswärtigen Agio handelt essich um zwei Staaten, die natürlich genannt sein müssen; fernerstets um die valutarische Geldart, nicht um akzessorische Geld-arten.
Es ist gar nicht denkbar, über die Erscheinungen des Agios Rechenschaft zu geben, ohne diese beiden Arten zu unterscheiden;weshalb denn auch überall darüber die größte Unklarheit herrscht.
Das auswärtige Agio macht den Handelsverkehr der beidenStaaten unsicher, ohne ihn übrigens zu verhindern.
Das innere Agio ist für den auswärtigen Handel ohne jedeBedeutung, da es nie das valutarische Geld ergreift, welchesfür den auswärtigen Handel allein in Betracht kommt.
In Österreich ist im Jahre 1878 das innere Agio, welchesdem Silbergulden bis dahin angehaftet hatte, verschwunden:niemand kümmerte sich darum, weil diese Münze eine akzessorischeGeldart war. Der auswärtige Handel blieb davon unberührt.Als aber bald nach 1892 das auswärtige Agio in Österreich verschwand, fühlten sich die Österreicher in bezug auf ihren aus-wärtigen Handel am Ziel ihrer Wünsche.
In allen Verhandlungen über diese so tiefgreifenden Sachenhat niemand eine grundsätzliche Darlegung über die beiden Artenvon Agio geben können, weil alle Beteiligten in der metallistischenAuffassung des Geldwesens befangen waren.
Es sei daher nochmals wiederholt: nur das innere Agiosteht im Zusammenhang mit dem Metallhandel; es ist seinerNatur nach metallovolisch. Hingegen das äußere Agio entstehtbegrifflich erst, indem ein Pari als Ziel oder Norm aufgestelltist, und dann ist es, wie der intervalutarische Kurs selbst, seinerNatur nach vantovolisch.
Das innere Agio, wenn es bei akzessorischen Silbermünzenstattfindet und positiv ist, kann Silberagio genannt werden:wenn es bei akzessorischen Goldmünzen stattfindet, mag es Gold-