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zugesetzt, damit sie sich durch ihre Beschützeriu die notwendigen Er-gänzungen zur Verwertung der Konzession verschaffe. Diese thatauch das ihrige, aber es gelang nicht. Nnu wurde der Ehegattewild; es kam zu Szenen, zu Drohungen, endlich zu Handgreiflich-keiten. Um sich diesen zu entziehen und zugleich für sie zu rächen,vergiftete sich die Frau, die man eines Morgens tot in ihremBette findet. Und jetzt wars natürlich aus mit der ganzenHerrlichkeit.
Ein interessantes Beispiel, wie Eisenbahnunternehmungen zu-stande kamen, steckt in der Vorgeschichte der Wilhelm-Luxemburg-Bahu, welche durch den großen Krieg in den Betrieb des DeutschenReiches gekommen ist.
In der Zeit, da alle Welt auf diese Weise reich werden wollte,hatte sich ein französischer Projekteumacher, uameus Prost, in Verbin-dung mit einem kleinen Bankhause, namens Guilhou, welches halbspanischen Ursprungs war, um die Konzession einer Eisenbahn imsüdlichen Frankreich beworben, und eine Gruppe von meist legiti-mistischen Adligen der Gegend von Lyon für seiue Sache ge-wonnen. Nachdem die Bewerbung eine Zeitlaug in Gang ge-wesen, scheiterte sie, und die provisorisch gebildete Gesellschaft hättewieder auseinander gehen muffen. Da brachte der Zufall Prostmit Leuten in Berührung, welche eine Eisenbahn im Grosz-herzogtum Luxemburg anlegen wollten. Nun stellte er seinen süd-französischen Marquis und Grafeu vor, es sei ebenso segensreich,da oben an der belgisch-deutschen Grenze etwas zu bauen, alszwischen Rhone und Saone . Sie gingen darauf eiu. Die Kon-zession wurde erlaugt und die Bahn hergestellt, natürlich mitNebengewinn für den Gründer, aber zum Unfegen der Aktionäre.Große Geldverlegenheiten entsprangen daraus, uud das Uuter-uehmen schwebte am Rande des Abgrundes. Nun wandte mansich an den Brüsseler Chef des Hauses Bischosfsheim. Dieser ent-warf einen Plan zur Nettuug mittels neuer Kapitaleinfchüffe unterder Bediuguug, daß Prost eutfernt werde. Das geschah, und denumsichtigen finanziellen Veranstaltungen, sowie der reformiertenVerwaltung uuter einem sehr geschickten Direktor gelang es, dasUnteruehmen zu retten, welches jetzt zu einem der solidesten gehört.Ein Vertrag mit der französischen Ostbahn sicherte den Betrieb