Siebentes Kapitel.
großen Mannes ehrt. Der Zauber des Klangs Napoleon siegtebei der ersten Präsidentenwahl des Jahres 1848 über alle Be-trachtungen der politischen Verminst. Die Carnot, Cavaignac ,Perier verdankten unter der dritten Republik ihre Erfolge vorallein dem Klang ihres Namens. Im Kleinen wiederholt sich dasunzählige Male. So auch für unseren Emannel Arago. Alsdie Februarrevolution des Jahres 1848 ausbrach, war er eiujunger Advokat, ohne jede bekannte Leistung und, was noch mehrist, ohne andere als gewöhnliche Leistungsfähigkeit. Aber er hießArago und war ein schöner Mann von hoher stattlicher Staturund einem in seinen großen, ausgeprägten Zügen an Ludwig XVI. erinnernden Kopf. So fiel ohne jede andere Qualifikation auf ihndie Wahl für den Gesandtschaftsposten in Berlin . Ich vermute,die Freundschaft des damals lebenden Vaters mit Alexander vonHumboldt gab die erste Anregung.
Der Verkehr mit unserem großen Naturforscher bildete inden Reminiscenzen des ehemaligen Gesandten, die natürlichzwischen ihm und mir oft zur Sprache kamen, den Hauptgegenstand.Wie er keinerlei Antezedentien besaß, die ihn besonders für denBeruf empfahlen, so erfuhr ich d^un auch weder von ihm noch ausder Weltgeschichte je etwas über seine diplomatischen Leistungen.Er verstand kein Wort deutsch uud hat es auch uie gelernt; über-haupt kannte er keine andere Sprache als französisch.
Dnrch Humboldt trat er in Berlin mit Bettina v. Arnimin nähere gesellschaftliche Beziehung, und die Erinnerungen andiesen Kreis, namentlich an die Tochter Gisela, später FranHermann Grimm, bildeten den Mittelpunkt seiner Schilderungenaus der Berliner Episode. Als Louis Napoleon Präsident wurde,hatte es natürlich auch mit der Gesandtschaft ein Ende, und uachfranzösischem Branch, den die bedeutendsten Männer regel-mäßig innehielten, kehrte Arago zur Advokatur zurück, in der eres übrigens nie zu einer ansehnlichen Praxis brachte.
Für das Ansehen der Anwaltschaft wie des Juristenstandesüberhaupt ist nichts in Frankreich so bezeichnend und fördernd,wie diese Sitte. Jeder betrachtet es als ganz selbstverständlich,am Tage, nach dem er den Ministerpalast seinem Nachfolgergeräumt hat, wieder mit seiner Aktenmappe unter dem Anne den