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Margarethe (mit schneidendem Lachen:) Die Früh-geburt! — Ha, glaubst Du, Du allein hast eineFaust? — Du allein kannst treffen? — Ich bin nurein Weib, aber meine Schläge sollen Dich zerschmettern.Das Medusenhaupt sollst Du sehen! Werde zu Stein!
(Bergen will auf sie zustürzen.)
Margarethe (zieht einen Dolcln) Halt! Ich steche Dichnieder! — Keinen Schritt weiter! Alles sollst Du hören!
— Uli ist mein und Deines Freundes Ulrichvon Hntten Sohn. Dich verachtete ich Ich wardDein Weib, um meine Schande zu verdecken. Ichbrauchte ein Nest für das Kuckucksei. Dazu warst Dumir gerade recht, sür mehr nicht. Für mich sind Männergeschaffen, wie Hütten und Prinz Ferdinand!
(Bergen stöhnt mächtig auf.)
Margarethe- Sage, Du heiliger Schützer der Ehe,bist Du reiner als ich? — Bist Du remer? — Duhast vor unsrer Ehe manche Rose gepflückt und trotzunsrer Ehe — (höhnend-) Soll ich Maria rufen? —
(Bergen zuckt zusammen.)
Margarethe: Was hat der Mann vor dem Weibevoraus? Was Du vor mir? — Willst Du um unseine Fessel schlingen, die mich bindet, aber Dich nicht?
— ich lache Deiner Einfalt, Du trauriges Geschöpf! —(wirft den Dolch von sich.)
Bisher habe ich geglaubt, wir könnten zusammenleben. Ich war nicht rein und verlangte Reinheit auchnicht bei Dir. Ich ließ Dich Deiner Wege gehen undging die meinigen. — (dämonischJetzt hasse ich Dich.Das Weib ist die Furie! Zittere vor mir! Du hastDich an mir vergriffen und das mußt Du büßen!
(Bergen blickt auf, Vernichtung und Haß auf dem glühendenGesichte. Er ballt die Fäuste gegen Margarethen, will sprechen,bringt aber nnr heisere, unartikulierte Laute hervvr. Margarethewcigt einige Schritte vor ihm aus. Uli, der bisher starr undregungslos zugeschaut, schreit laut auf. Im selben Augenblicke