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Ulrich von Hutten
Seite
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rechten Geist gebe. Mich Vernunft lehren! Das ist

(es blitzt und donnert Ycstig: Crispinu-5 unterbricht sich nndbekreuzigt sich unter unverständlichem Gemurmel.)

Mltt'tiiins: Denk' doch, wie's dem Menschen draußenzu Mute sein muß!

Crispiiiusl Du verstehst nichts! Das ist derLeib hastige, der au's Thor klopft; er geht um insolchen Nächten.

Martiiiilsi Das ist Aberglaube. Laßt die Ängst-lichkeit und seid christlich!

CrispilttlS (erbost:) Aberglaube! Aberglaube!Du Ketzer! Fort, in Deine Kammer! Wache undbete! Der böse Geist kommt über Dich.

Mnrtimis (zum Pförtner:) Offne dem Armen! Ichnehm'S aus mich!

Crispiiius (wild:) Was?! Offnen?! Ich willDich Ehrfurcht lehren vor grauen Brüderu wie mir!

Fort! Und wage es nie mehr, mir zu trotzen, Du

Tu

Der Prior iisr während der letzten Worte aufgetreten undrasch nach dem Hintergrund zu den Streitenden geeilt:) Friede,Brüder! Was streitet Ihr? Geht in Eure Zellen;es ist schon spät in der Nacht!

Martinus: Ein Fremder begehrt Einlaß.

Crispiiius' Ich duldete nicht, daß man in einersolchen Nacht

Prior- Ein Fremder draußen, und Ihr laßt ihnnicht ein? Öffnet ihm! (der Pförtner und Martinus ab.>Prior. Wozu der Zank?!

Crispinns: Ist das ein ehrlicher Christ, der in dieserNacht sich draußen herumtreibt?

Prior: Warum sollte er es nicht sein, BruderCrispinus?

Crispinns >eifrig.-) Den Teusel hat er im Leib, sag'ich Euch, und er kommt, uns zu versuchen.