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Ulrich von Hutten
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/ranciLcns: Ich rede mit den andern. Mit demKetzer unter einem Dache?! Nie und nimmer!

Crispinns: Wir gehen zum Prior und verlangen,daß er den Ketzer fvrtweist.

Franciöcuö: Was?! Fortmeisen?! Gefangenhalten mir ihn! Der Kirche liefern mir ihn aus.Gerichtet muß er werden!

Crispiiuis: Wenn es Gottes Wille ist !--

Aber der Prior!

FrlNiciscns i Das weiß ich wohl. Der gibt dasnicht zu. Er ist selber hm! Du weißt ja! Dasmüssen wir schon anders anfassen! Ich meine, mirnehmen so ein Paar Leute zusammen und führen denKetzer mit Gewalt hinmeg. Und menn der Priorsich widersetzt Tu meißt ja! Die meistenmögen ihn so nicht leiden!

Enspiuns- Das ist doch bedenklich!

Froiicisrns: Komm' mit in meine Zelle! Wirwollen alles bereden! (beide ab.)

(Ter Privr, Martinus und andere Mönche kommen ausHnttens Zelle. Alle ab außer dem Privr und Martinus.

Prior: Ich hieß Dich bleiben, Martinus. Ich habemit Dir zu reden. Der fremde Mann ichweiß, Du bist kein toller Fanatiker wie die meistenanderen, Dir kann ich's vertrauen. Aber schweigegegen alle. Der fremde Mann ist Ulrich vonHütten !

Martinus (zuerst entsetzt, dann zn sich kommend; bebend-)Ulrich von Hütten!

Prior: Ich kenne ihn von frühster Jugend auf.Zu Mainz war er im selben Kloster wie ich. ZumGeistlichen wollten sie ihn machen es mar nicht seinBeruf. Er ist ein verirrter Mensch, aber gut.

--Du weißt, er ist gebannt und geächtet; seine

Feinde verfolgen ihn. Ich kann ihm meinen Schutz nichtversagen, jetzt, wo er so schwer krank ist. (Pause.)

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