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Ulrich von Hutten
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Hütten: schwöre mir! Nur dann bin ich ruhig!

Strthlt (nach mächtigem innere»Kampfe; wie triumphierend:)Ulrich, ich schwöre!

Hllttcil (ausbrechend:) Leb mohl^ Bertha! (sie nnsich ziehend; tveincnd vor Seelenschmerz:) Für ewig!

öerlha (bleich nnd tonlos:) Für ewig!

-Einige Augenblicke liegen sie sich in den Armen, Huiten machtsich los und schreitet langsam nach seiner Zelle. Bertha schautihm mit wachsbleichem ausdruckslosem Gesicht lhrnuenlos nach,dann wendet sie sich langsam zum Gang und schreitet langsamwie nachtwandelnd durch denselben, Martinns folgt ihr tief-ergriffen in einiger Entfernung, Beide ab in den Hof, DerPrior steht ratlos und überläßt sich seinen Gedanken. EinChorknabe tritt ans nnd zupft ihn am Ärmel, Sie sprechenleise zusammen,)

Prior (sich entfärbend:) Das ist unmöglich!

Chorknabe: Ich rate Euch, flieht mit ihm. überdie Jll könnt Ihr noch entkommen. Dort stehen keineWachen. An dos kleine Brückchen, das an dein west-lichen Seitenvförtchen hinüberführt, haben sie nichtgedacht.

Prior: Wie viel Zeit haben wir noch.Chorknabe- Keine zu verlieren!Prior- Und fast alle Mönche im Comvlott?Chorknabe: Fast alle.

Prior: In Gottes Namen denn! (er öffnet die Thür

zu Huttens Zelle. Der Chorknabe ab.)

Prior. Hütten! (Hütten sitzt regungslos am Tisch,den Kopf in die Arme gestützt.)

Prior: Flieh! Du bist verloren!

Hütten (erhebt sich; tonloS:) Ich fliehen?!

Prior: Du bist verraten!Hnttrii: Verraten?!

Prior: Fort! Die Zeit drängt! Sie kommen. Dichzu fangen. Ich kann Dich nicht mehr schützen!

Hotten (freudig:) Wollen sie mich töten? End-lich!

Prior: Ausliefern wollen sie Dich dem Bischof,feinem Gericht!