in den Gesetzbüchern. Dazu kommt, dass sogar diese veränder-lichen und wechselnden Tarifierungen im Verkehr sehr wenigbeachtet wurden.
Bildeten die Goldmünzen und Silbermünzen, jede Gruppefür sich, ein System? —, Das erfordert genauere Prüfung. DieFülle der Münznamen und der Münzsorten des gleichen Metallserscheinen etwas verdächtig. Da gab es bei den Silbermünzen:Beichsspeciesthaler, Reichsthaler, gute Groschen, Fürstengroschen,Silbergroschen, Mariengroschen; ferner Rheinische Gulden, Kreuzer,Batzen, Heller, Pfennige und viele andere; bei den Goldmünzen:Florenen, Goldgulden, Dukaten, Zechinen; später die mannig-faltigsten Spielarten der Pistole. Aber diese Mannigfaltigkeitbeweist noch nichts gegen das Bestehen eines Münzsystemes.Die damalige Zeit hatte eben ihre Freude an recht verschieden-artigen Namen; unsere moderne Einfachheit, die nur noch „Mark"und „Pfennige ", oder „Franken" und „Centimes" innerhalbeines grossen Münzwesens kennt, war ihr fremd.
Schon etwas mehr Anlass zu Bedenken giebt der aus-ländische Ursprung und der internationale Charakter dermeisten Münzstücke, besonders der Goldmünzen. So über-schwemmten im 10. Jahrhundert schon die Bisants oderBesants, direkte Nachkommen des römischen Goldsolidus, vonKonstantinopel her den ganzen europäischen Kontinent und sogarEngland . Abgelöst wurden sie von den Florenen oder Floren-tiner Gulden, die nachweislich von 1252 ab in Florenz ge-prägt wurden 1 ). Um dieselbe Zeit tauchten die Dukaten auf,ob zuerst in Apulien oder in Venedig, ist nicht erwiesen. BeideMünzsorten, die in ihrem Feingehalt ursprünglich fast über-einstimmten, verbreiteten sich bald über ganz Europa , und esdauerte nicht lange, da wurden sie an allen Münzstätten nach-geprägt. In Deutschland hielten sie sich ziemlich auf ihremursprünglichen Goldgehalt, solange nur dem Kaiser das Beeiltder Goldprägung zustand. Als aber durch die Goldene Bulle
Ob der Name „Florenus" von Florenz stammt, ist zweifelhaft. Esseheint, dass vor 1252 diese Goldmünzsorte in Florenz nicht geprägt wurde,aber der Name Florenus findet sich nach Le Blanc schon 1148 in Urkunden.Die Erklärung des Namens aus den Lilien des Gepräges hat demnach einigeWahrscheinlichkeit für sich, zumal sie in Deutschland , gleichfalls nach ihremGepräge, „Liliengülden" Messen.