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rein erhalten konnte und rein erhielt, das Zusammenwachsen derMünzen des gleichen Metalles zu einem System erheblich ge-schützt und befördert. 1 ) Aber noch unter Wilhelm III., imJahre 1695, kurz vor der grossen Umprägung der Silbermünzen,war der Zusammenhang zwischen den einzelnen Silbermünzsortennicht gar so fest. Die alten gehämmerten Silbermünzen warenmehr abgenutzt und beschnitten als die neueren, besser geprägten,die letzteren genossen infolgedessen gegen die ersteren ein Auf-geld. Durch ein Gesetz wurde nun verboten, die „broad silvercoins" zu mehr als ihrem nominellen Wert in Zahlung zu gebenoder zu nehmen. Die Folge davon war jedoch nur, dass diebesseren Münzen überhaupt aus dem Umlauf verschwanden. ! ) —Ferner wurde das Verhältnis der Silbermünzen zu den Gold-münzen, beide Gruppen als Einheit angenommen, weit mehr durchden thatsächlichen, durch Abnutzung, Beschneidung etc. bedingtenZustand der beiden Gruppen beeinflusst, als durch die Schwank-ungen im Wertverhältnis der Edelmetalle. Eine reine Parallel-währung kann also selbst dann nicht zugegeben werden, wennman, was bis zum Jahre 1695 noch nicht ununterbrochen derFall war, einen festen Zusammenhang zwischen den Münzsortengleichen Metalles supponiert.
Es scheint also, dass allgemein die Entwickelung desMünzwesens eine parallele gewesen ist, wie die in Deutschland .Sie mag sich nur hier etwas rascher, dort etwas langsamer voll-zogen haben.
Noch ein weiterer Einwand bleibt zu erledigen. Man kanndie vorgeführten Thatsachen wohl zugeben, nichtsdestowenigeraber in Bezug auf die Gesamtentwickelung doch sehr verschiedener
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Ansicht sein. Man kann zugeben, dass der als „Sortengeld" be-zeichnete Zustand thatsächlich im Mittelalter und auch noch inder Neuzeit überall geherrscht habe, aber man kann immer nochbestreiten, dass dieser Zustand der ursprüngliche gewesen sei.Man kann ihn als eine krankhafte Bildung ansehen, deren Ur-sachen nicht im Wesen der Münzverhältnisse an sich,
l ) Ein bedeutendes Moment dabei war die durch die einheitlicheLeitung des Münzrechts bedingte geringe Sortenzahl.
■) Siehe Lord Liverpools „letter to the king on the coins of therealm".