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I.
Der Einfluss des Aussenhandels auf die Wertgestaltung
der Valuta.
Für die Zwecke unserer Untersuchung ist es zunächst er-forderlich, den Einfluss des Aussenhandels auf die Wertbildungeiner Valuta, den wir nur allgemein als vorhanden angedeutethaben, des näheren zu bestimmen.
Zu diesem Behufe haben wir die verschiedenen Währungs-systeme in zwei Gruppen einzuteilen:
1. in Wahrungssysteme , bei welchen der Wert des Geldes ineiner festen Verbindung mit dem Werte eines der beidenEdelmetalle, Gold oder Silber, steht. Man kann dieseSysteme „gebundene Valuten" nennen.
2. in Währungssysteme, bei welchen der Wert des Geldesnicht unmittelbar von dem Wert eines Edelmetalles oderirgend eines andern Gutes abhängig ist. Für diese Systemeeignet sich der Name „freie Valuten".
Unter die erste Gruppe fallen die Systeme der reinen undder hinkenden Goldwährung mit freier Ausprägung des Goldes;ferner die Süberwährung mit freier Ausprägung des Silbers. Diefreie Prägung für Gold oder Silber verbindet hier den Geldwert,bis auf den durch die Prägegebühr einerseits und die Abnutzungder umlaufenden Münzen zuzüglich der Einschmelzungskostenandererseits gegebenen Spielraum, fest mit dem Wert desWährungsmetalls.
Jedoch gilt das in voller Unbeschränktheit nur von derreinen Goldwährung und der reinen Silberwährung, bei welchennur vollwertiges Kurantgeld aus dem Währungsmetall, und unter-wertige Scheidemünzen nur in einem den unbedingten Bedarfnicht überschreitenden Umfang vorhanden sind. Bei der hinkendenGoldwährung dagegen bildet im Grunde genommen die Gold-parität des Geldes nur die obere Grenze des Geldwertes, währendes nicht ausgeschlossen ist, dass der Geldwert infolge wirtschaft-licher und politischer Vorgänge bis auf den Silberwert des sil-bernen Kurantgeldes herabsinkt. Das ist namentlich der Fall,wenn das Silberkurant nicht, wie bei uns in Deutschland , einenverhältnismässig geringen Teil des gesamten Geldvorrates bildet,sondern wenn der Geldumlauf, wie z. B. in den Niederlanden ,