— 92 —
möglichkeiten der indischen Valuta heute noch ebenso gut wievor der Einstellung der Silberprägung der Wert des Silbergehaltesder Rupie. In englischem Geld ausgedrückt ist dieser Wert beidem jetzigen Silberpreis von 27 d. etwa gleich 107 4 d.
Die indische Valuta kann sich also zwischen 10 1 / i und 16 d.frei bewegen. Ein Steigen des Silberpreises würde den Spiel-raum verkleinern, ein Sinken des Silberpreises würde ihn ver-grössern.
Die thatsächliohe Entwickelung der indischen Valuta seitEinstellung der Silberprägung war, dass sich die Rupie stets, undzwar im allgemeinen in aufsteigender Richtung, über ihrem
O O D3
Silberwert bewegte. Während sie im Jahre 1S94 bis auf 12 3 / 4 d.heruntergegangen war, erreicht sie bereits Ende 1895 den Kursvon 14 d., hob sich bis Ende 1897 auf 15'/., d. und kam imJanuar 1898 zum ersten mal auf ihre neue Parität von 16 d.,auf welcher sie sich seither, mit geringen Abweichungen nachoben und unten, gehalten hat.
Alle diese Systeme haben das gemein, dass sie den Valuteninnerhalb eines beträchtlichen Spielraums, oder gar ohne jede Ab-grenzung, Schwankungen nach oben und unten gestatten.
Da hier der Geldwert nicht wie bei der ersten Gruppe mitdem Wert von Gold oder Silber verkettet ist, so haben hier allediejenigen Einflüsse, welche dort nur die kleinen Wechselkurs-schwankungen innerhalb der Ein- und Ausfuhrpunkte für dasWährungsmetall bewirken können, für die Wertgestaltung derValuta eine viel grössere Bedeutung. In Ermangelung einesdritten Gutes, von welchem die Valuta ihren Wert herleitet, sinddie Einflüsse hier unter normalen Verhältnissen ausschlaggebendfür die "Wertbewegungen dieser Valuten überhaupt. Währenddiese Faktoren bei den auf metallischen Grundlagen beruhendenValuten nur AbAveichungen von wenigen Promillen von der durcheinen dritten Faktor gegebenen Parität hervorbringen können,verursachen sie bei den von der metallischen Grundlage losge-lösten Systemen Schwankungen von vielen Prozenten. Der Unter-schied ist derselbe wie bei der Wirkung eines Sturmes auf einSchilf, das fest verankert liegt, und auf ein anderes, das ohneAnker und Steuer Wind und Wettern preisgegeben ist.
Die Systeme der zweiten Gruppe sind es also, welche fürunsere Untersuchung besonders in Betracht kommen. Bei den