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Von diesem Standpunkt aus betrachtet, stellen die Valuta-schwankungen eine dauernde Schädigung, eine Unterbindungder wirtschaftlichen Entwiekelung und eine Hemmungder internationalen Konkurrenzfähigkeit der von ihnenbetroffenen Länder dar. Das tritt um so mehr in Erscheinung,je stärker und anhaltender der Rückgang einer Valuta ist.
Die schlimmen Folgen bleiben nicht auf das auswärtigeKapital beschränkt. Die Wirkungen einer starken Geldentwertungfür die ganze inländische Produktion können nicht ausbleiben.Oft aus politischen oder wirtschaftlichen Krisen hervorgegangen,zieht der Zusammenbruch der Valuta neue Krisen nach sich underschwert die Heilung der alten. Je grösser die Valutaentwertungist, je stärker demnach die Begünstigung des betroffenen Landesauf dem Weltmarkt nach der bimetallistischen Theorie seinmüsste, um so schwerer ist in Wirklichkeit die Erschütterung dergesamten Volkswirtschaft, die Zerstörung der produktiven Kräfteund die Schwächung der Konkurrenzfähigkeit.
Von einem dauernden und nachhaltigen vorteilhaften Einflusseiner schwankenden Valuta kann also nicht die Rede sein,während andererseits auch die vorübergehenden Vorteile, welcheein Valutarückgang durch Verminderung der in Gold ausgedrücktenProduktionskosten gewährt, nicht überschätzt werden dürfen, jabei manchen Waren überhaupt kaum festgestellt werden können.
Wie wirken nun die geschilderten Verhältnisse auf denAussenhandel ?
Vielfach ist behauptet worden und wird heute noch behauptet,die Wirkung einer Valutaentwertung sei eine Ausdehnung derExporte. Namentlich die Zunahme der indischen, der russischenund der argentinischen Weizenausfuhr ist auf die Entwertungder Valuten dieser Länder zurückgeführt worden.
Zunächst ist festzustellen, dass aus den oben angeführtenC4riinden, nach welchen eine schwankende und vor allem einesinkende Valuta die Entwicklung und Ausdehnung der Produktioneines Landes hemmt, eine schwankende Valuta auf die Dauerauch auf die Entwiekelung der Exporte einen verzögernden Ein-fluss ausüben nmss. Die Silberentwertung, welche den von derindischen Regierung geplanten Eisenbalmbau und die Bewässerungs-anlagen nicht in dem gewollten Umfang fortschreiten Hess, hatdie Ausdehnung des für den Weltmarkt in Betracht kommenden