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Die Silberwährungsländer dagegen haben wohl auch Gold-anleihen aufgenommen, aber daneben haben die in der Landes-valuta kontrahierten Staatsschulden doch einen wesentlichen Um-fang behauptet.
In diesem Unterschied beruht es, dass die grossen Anleihender Länder mit freier Valuta nur eine Nachfrage nach Gold,jedoch keine Nachfrage nach den Zahlungsmitteln des betreffendenLandes hervorgerufen haben, während indische Rupienanleihen etc.zeitweise die Nachfrage nach indischen Zahlungsmitteln erheblichsteigerten und den Silberpreis stark beeinflussten.
Die Störung, welche die Kontrahierung von Silberanleihenin das ohnedies lockere Verhältnis zwischen Handelsbilanz undSilberpreis hineinträgt, kommt deshalb für die Länder mit freierValuta nicht in Betracht, ein weiterer Grund, aus welchem hierdie Gestaltung des Aussenhandels für die Bewertung der Landes-valuta auf dem Weltmarkt eine viel stärkere Bedeutung hat.
Hinsichtlich der Silberwährungsländer kann also die imzweiten Abschnitt entwickelte Beeinflussung des Aussenhandelsdurch die Valutaschwankungen keine erheblichen Modifikationendadurch erleiden, dass andererseits der Aussenhandel die Valuta-schwankungen beeinflusst.
In England war man in den ersten Jahren der Silberentwertunganderer Ansicht. Man glaubte — namentlich Bagehot hat dieseTheorie in mehreren Aufsätzen des „Economist " vertreten —, dieDingo würden sich etwa folgendermassen gestalten:
Die Silberentwertung und der durch diese hervorgerufeneBückgang der indischen Wechselkurse werde dem indischenExporthandel einen Antrieb geben und die indischen Exportewesentlich vermehren. Die Vermehrung der indischen Exportewerde ihrerseits die Nachfrage nach Zahlungsmitteln für Indiensteigern, also eine Mehrnachfrage nach Silber schallen, und da-durch den Rückgang des Silberpreises eindämmen.
Die thatsächliche Entwickelung hat diese Theorie gründlichwiderlegt.
Zunächst trat die erwartete Steigerung der indischen Netto-Exporte nicht ein. Während sich die Mehrausfuhr Indiens imJahresdurchschnitt der Periode 1860/61 bis 1872/73 auf 233 Mill.Rupien belief, stellt sie sich im Jahresdurchschnitt der Periode1873/74 bis 1878/79, also in der ersten Periode der Silber-