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Stauten richteten, deren hauptsächlichste Wirkung die Schwierig-keit war, fremde Noten bei öffentlichen Kassen, und namentlichbei Eisenbahnkassen, anzubringen, während thatsächlich dieseNoten im ganzen Reichsgebiet umliefen und man sich kaum ihrerAnnahme, wenn auch gegen einen kleinen Wertabzug, entziehenkonnte.
Die Ungleichheit der Bankprivilegien, namentlich der Um-stand, dass kleinstaatlichen Banken, so der Niedersächsischen Bankin Bückeburg , das Recht der unbeschränkten Notenausgabe zu-gestanden war, und dass einzelne dieser Privilegien eine sich bisins nächste Jahrhundert erstreckende Gültigkeit hatten.
Die ungleichmässigen Bestimmungen über den Geschäftskreisder Notenbanken, die Verquickung einzelner Institute mit Boden-kreditgeschäften und industriellen Unternehmungen, namentlichaber die teilweise gänzlich unzureichenden Bestimmungen überdie Deckung des Notenumlaufs.
Schliesslich richtete sich eine mächtige Strömung gegen dieAusdehnung, welche der metallisch nicht gedeckte Notenumlaufin Deutsehland allmählich erfahren hatte; eine Gruppe von Theo-retikern wollte überhaupt die metallisch nicht gedeckte Note gänz-lich beseitigt wissen.
Die Überzeugung von der Notwendigkeit einer Einschränkungdes ungedeckten Banknotenumlaufs kam bereits in dem Schrittzum Ausdruck, welchen der Norddeutsche Bund als Vorbereitungzu einer Bankreform unternahm, in dem sog. Banknotensperrgosetzvom 27. März 1870.
Dieses Gesetz machte die Gründung neuer Notenbanken unddie Erweiterung bestehender Notenprivilegien von der Bundesgesetz-gebung abhängig. Eine Verlängerung ablaufender Konzessionensollte an die Bedingung einjähriger Kündigungsfrist geknüpftwerden.
In den ersten Jahren nach der Reichsgründung trugen ver-schiedene Umstände dazu bei, die den ungedeckten Banknotenfeindliche Strömung zu verstärken, vor allem die Handelskrisisvon 1873 und der Goldabfluss, welcher in den Jahren 1874und 1875 die Durchführung der Goldwährung zu gefährdendrohte.
Die Ansicht war weit verbreitet, dass die Vermehrung desungedeckten Notenumlaufs, bei der gleichzeitigen Vermehrung