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die Lehre jener Schule. Protestirt dieser nicht gegen die Verwechs-lung der deutschen Freihandelsschule mit der Manchesterschule (DerKathedersocialismus, S. 34), weil diese „den Staat in eine Aktien-gesellschaft verwandeln, und seine grossen Aufgaben an den Mindest-fordernden feilbieten möchte, die sittliche Natur des Staates leugnet,und denselben nur als nothwendiges Uebel betrachtet.“
Und wie steht es mit der Berechtigung dieses Protests? Lammers(Die geschichtliche Entwickelung des Freihandels, Berlin 1869, S. 31)erzählt, dass der berliner Freihand eis verein, als dessen tonangebendeMitglieder er aufführt: Prince-Smith, Julius Faucher, Otto
Michaelis , Otto Wolff und Andere, 1848 in seinem kurzlebigenOrgane, der berliner Abendpost, den Staat theoretisch ganz ab-schaffte! Oder ändert es etwas an dieser Thatsache, wenn Herr B.(S. 19) die erstaunliche Entdeckung macht, dass diese Anschauungnicht einmal auf tiem Papier hätte consequent durchgeführt werdenkönnen? Hiess es ferner nicht vor noch nicht langer Zeit in demOrgane der deutschen Freihandelspartei (Faucher’s VierteljahrschriftXXX, 157) an einer Stelle, an der ex officio die Auffassung der deut-schen Freihändler über die Staatssphäre anderen Auffassungen gegen-über ausgesprochen wird: „Ihre (nämlich der deutschen Freihändler)
Loosung war von Anfang an: Beschränkung der Staatscompetenzzur Sicherung der Gesellschaft, Beschränkung des Staates auf das,was ihn entstehen liess, und was er ausschliesslich sein muss —Träger und Hüter der nothwendigen Gewalt zum Schutze des Rechtsund der Grenzen und, wenn nöthig, auch zur Ausdehnung der Gren-zen!“ — Sollten aber Herrn B. diese mannigfachen Beweise nochnicht genügen, so schlage er nach: Bamberger, ArbeiterfrageS. 19, wo er in eigenthümlichem Widerspruche zu seiner Zurück-weisung des laissez-faire-Grundsatzes sagt: „Das höchste, was die
Smith’sche Schule der obersten Ueberwachung zutraut, ist die nega-tive Leistung!“ — Uebrigens acceptire ich mit Vergnügen HerrnB.’s und seiner Genossen nunmehr üblich gewordene Verwahrungdagegen, als huldigten sie der laissez-faire-Politik, als Zeichen ihrervorgeschrittenen Einsicht, dass es mit dieser Politik nicht mehr geht.Freilich ist es nicht hübsch, dass sie es nun verleugnea, dem laissez-faire-Grundsatze jemals gehuldigt zu haben; aber wir werden der-artigen Verleugnungen ihrer Vergangenheit bei ihnen noch öftersbegegnen.
Es ist nämlich eine ganz besondere Eigenthümlichkeit der sog.