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schon lange vor meinen Arbeiten sie für eine Fortsetzung derselbenerklärten, die Einen um dadurch ihr Dasein zu rechtfertigen, dieAndern um, ohne weiterer Gründe zu bedürfen, sie verdammen zukönnen. Nicht ich erst, wie Herr B. insinuirt (S. 45), habe sie also-als „correcte Fortsetzungen“ der alten Gilden erklärt, ja wenn Herr B.unter „correcten Fortsetzungen“ verstehen sollte, dass die Gewerk-vereine nichts weiter als die Fortsetzungen der alten Zünfte seien,nachdem die Arbeitgeber sich aus diesen zurückzogen, habe ich so-gar das Gegentheil gethan, indem ich die für diese Theorie geltendgemachten Argumente als nichtig darlegte. Das, was ich vielmehrthat, war Folgendes: Ich unterzog die Entstehung der verschiedenenArten der Gilden einer Untersuchung, und da fand sich denn, dassalle diese verschiedenen Gildearten gleichfalls in Zeiten des Ueber-gangs, in Zeiten der Auflösung einer alten Ordnung zum Schutzeder unter dieser Auflösung Leidenden entstanden. Es zeigte sichalso eine Gesetzmässigkeit in der Entstehung der verschiedenenGildeformationen, und dieselbe zeigte sich ferner nicht nur in ihrerEntstehung, sondern ebenso in ihrer weiteren Entwicklung und schliess-lichem Zerfall. Ja noch mehr: es zeigte sich auch, dass unter be-stimmten Verhältnissen diese alten Gildeformationen ähnliche Einrich-tungen trafen, wie die heutigen englischen Gewerkvereine unter ähn-lichen Verhältnissen. Um es kurz zu fassen: ich habe die Gewerk-vereine nicht als die correcte Fortsetzung der alten Gildenformatio-nen, sondern als die neueste Entwicklungsform des Gildewesens gezeigt.
Nun hat Herr B. ganz Recht, wenn er sagt (S. 45), dass diealten Gildeformationen „vergangen sind wie sie entstanden waren:aus den wechselnden Bedürfnissen der Gesellschaft, und man ganzberuhigt darüber sein kann, dass die Macht des ausgedehnten Wirtli-schaftslebens, welches sie zersprengt hat, sie auch am Wiederauf-kommen hindern wird“. Die alten Zünfte haben ihren Dienst ge-than und kommen nicht mehr zurück, und nur darin hat Flerr B.Unrecht, dass es nach seiner Darstellung scheint, als behaupte ichetwas Anderes. Habe ich doch vielmehr ausführlich gezeigt, dassdie Zeit dieser alten Meistergenossenschaften vorbei ist, und dannnoch deductiv begründet, warum sie nicht mehr bestehen können:weil nämlich das Princip der Unternehmer, wie das aller Herr-schenden, die Concurrenz ist. Dies sagt jedoch gar nichts dagegen,dafes nicht heute bei ähnlichen Verhältnissen unter den dieselbenBedürfnisse wie die alten Zunftgenossen empfindenden Arbeitern