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Abend einen Irrthum derselben Art zu begehen. Das ehrenwertheMitglied für Montrose* **) ) und mein ehrenwerther Freund das Mitgliedfür Sheffield denken, die uns vorliegende Frage sei lediglich eineFrage zwischen den alten und neuen Handelstheorien. Sie könnennicht begreifen, wie irgend ein Freund des Freihandels wünschenkönne, zwischen dem Capitalisten und dem Arbeiter zu interveniren.Sie sagen: „Ihr macht kein Gesetz, um den Preis der Handschuhe,oder die Beschaffenheit der Handschuhe, oder die Dauer des Creditsfestzustellen, den der Handschuhmacher geben soll. Ihr überlasstes ihm, zu entscheiden, ob er hohe oder niedere' Preise ansetzenwill, ob er derbes oder lockeres Material anwenden, ob er credi-tiren, oder auf baarem Gelde bestehen will. Ihr erkennt an, dassdas Dinge sind, die man ihm überlassen muss, mit seinen Kundenabzumachen, und dass wir uns nicht hineinmischen dürfen. Esist möglich, dass er seinen Laden schlecht dirigirt. Aber es istgewiss, dass wir ihn schlecht dirigiren würden. Aus denselbenGründen, aus denen ihr es dem Verkäufer von Handschuhen unddem Käufer von Handschuhen überlasst, selbst miteinander überein-zukommen, müsst ihr es auch dem Verkäufer von Arbeit und demKäufer von Arbeit überlassen, selbst mit einander übereinzukommen.“Ich habe grosse Achtung, Sir, für die, welche so folgern; aberich kann die Sache nicht in dem Lichte sehen, in dem sie ihnenerscheint, und w r enn ich auch meinem eignen Urtheile misstrauenmag, muss ich mich doch durch dasselbe leiten lassen. Ich bin,wie ich glaube, dem richtig verstandenen Princip des Freihandelsso stark ergeben, wie irgend ein Mitglied dieses Hauses. Handel,bloss als Handel betrachtet, bloss mit Bezug auf das pecuniäreInteresse der contrahirenden Parteien betrachtet, kann kaum zu freisein. Aber es giebt einen guten Theil von Handel*), der nichtbloss als Handel betrachtet werden kann, und der höhere als pecu-niäre Interessen berührt. Und zu sagen, dass die Regierung niemalseinen solchen Handel reguliren dürfe, ist eine monströse Behauptung,eine Behauptung, vor welcher Adam Smith erschrocken sein würde.Wir legen dem Handel einige Beschränkungen aus polizeilichenGründen auf. So verstatten wir nicht einem Jeden, der ein Cabrio-let und Pferd hat, auf den Strassen von London nach Passagierenzu suchen. Wir lassen das Fuhrlohn nicht durch das Angebot unddie Nachfrage bestimmt werden. Wir verstatten einem Kutschernicht, eine Guinee für die Fahrt von einer halben Meile an einemRegentage zu erpressen, wo kein Fuhrwerk auf dem Stande ist.
*) Mr, Hume, der Veteran der Freihandelspartei.
**) Es mag bemerkt werden, dass der Redner nicht durchgeliends vomHandel im engern Sinne, sondern auch vom Gewerbe, überhaupt vom Ver-kehr spricht, welches 'alles das englische trade bezeichnet. Sein Principdes „Freihandels“ umfasst die gesammte Gerwerbs- und Verkehrsfreiheit.