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Die 'wissenschaftliche' Leistung des Herrn Ludwig Bamberger : ein Nachspiel zu meinen 'Arbeitergilden der Gegenwart' / von Lujo Brentano
Entstehung
Seite
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Wir legen dem Handel einige Beschränkungen aus finanziellenGründen auf. So verbieten wir einem Pachter, auf seinem eignenBoden, Tabak zu bauen. Wir legen dem Handel einige Beschrän-kungen der Nationalvertheidigung halber auf. So nöthigen wireinen Mann, der lieber pflügen oder weben würde, in die Miliz zugehen, und wir bestimmen den Betrag der Bezahlung, die er er-halten soll, ohne ihn um seine Zustimmung zu fragen. Auch liegtin dem allen nichts, dass sich nicht mit der gesundesten Wirth-schaftspolitik vertrüge. Denn die Wissenschaft der Wirthschafts-politik lehrt uns nur, dass wir uns nicht aus commerciellen Grün-den in die Freiheit des Handels mischen sollen, und in den Fällen,die ich angeführt habe, mischen wir uns in die Freiheit des Handelsaus hohem, als commerciellen Gründen.

Und nun, Sir, um näher zu dem Falle zu kommen, mit demwir es zu thun haben, sage ich, erstens dass, wo das Pleil desGemeinwesens betheiligt ist, es die Pflicht des Staates sein kann,sich in die Verträge der Einzelnen zu mischen, und ich bin ganzsicher, dass Ihrer Majestät Regierung dieser Behauptung von Herzenbeistimmen wird. Ich habe eben einen interessanten Bericht gelesen,den zwei Mitglieder dieser Regierung, der Pierzog von Buccleuch,und der edle Earl, der vor Kurzem Ober-Commissar der Wälderund Forste war, und der jetzt Secretair für Irland *) ist, unter-zeichnet haben, und seit dieser Bericht dem Hause vorgelegt wurde,hat der edle Earl selbst, mit Genehmigung des Cabinets, eine Billzum Schutze der öffentlichen Gesundheit eingebracht. Durch dieseBill ist bestimmt, dass es Niemand verstattet sein soll, in irgendeiner grossen Stadt auf seinem eignen Grund und Boden ein Hauszu bauen, ohne gewissen Commissarien Nachricht zu geben.Niemand darf einen Keller anlegen, ohne die Zustimmung dieserCommissare. Das Haus darf nicht unter einer vorgeschriebenenBreite sein. Kein neues Haus darf ohne eine Schleuse gebautwerden. 'Wenn ein altes Haus keine Schleuse hat, können dieCommissare den Eigenthtimer anweisen, eine Schleuse zu machen.Wenn er sich weigert, so machen sie eine Schleuse für ihn undschicken ihm die Rechnung zu. Sie können ihn an weisen, seinHaus zu tünchen. Wenn er sich weigert, so können sie ihm Leutemit Eimern und Bürsten zuschicken, es für ihn, auf seine Kosten,zu tünchen. Nun, angenommen, irgend ein Hauseigenthümer zu Leeds oder Manchester wollte mit der Regierung in der Sprache hadern,in der die Regierung mit den Anhängern dieser Bill für die Regu-lirung der Fabriken hadert. Angenommen, er wollte zu dem edlenEarl sprechen:Eure Lordschaft versichert, ein Freund des Frei-handels zu sein. Der Doctrin eurer Lordschaft zufolge muss es

*) Der Earl von Lincoln.